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Besseres ist allein von größerer Volksbildung zu erwarten. Alleindazu findet sich, aus sehr natürlichen Gründen, die Geistlichkeitschlecht geneigt, Hand zu bieten. Und wer kann es ihr, bei demihr eingeschärften blinden Gehorsam gegen den heil. Vater zu Rom,verargen, da Gregor XVI. in seinem bekannten Hirtenbrief ansämmtliche Patriarchen, Erzbischöfe und Bischöfe der katholischenWelt, gegen die für die Kirche so gefährlichen Fortschritte der Völ-ker in wissenschaftlicherBildung geeifert hat? — Erst im Jahr 1831,also dem achtundzwanzigsten seiner Unabhängigkeit, gab der gesetz-gebende Rath des Kantons ein Gesetz über Einrichtung des gesumm-ten Schulwesens. Das Gesetz ist nicht übel, und paragraphenreichgenug, aber leider nicht vollzogen, sondern vergessen. Eine Bildungs-anstalt für Schullehrer ist nicht vorhanden; die wenigsten Gemeindenhaben einen Schulfond. Viele nicht einmal eigne Schulhäuser; nichteinmal eigne Schulstuben, sondern man spricht dafür Platz im Hausedes Pfarrers, oder Kaplans an. Die Lehrerbesoldung in den Dör-fern übersteigt selten 30 bis 40 fl. jährlich. Gemeinnützige Privat-leute versuchten da und hier, selbst mit Opfern aus ihrem Vermö-gen, bessern Unterricht der Volksjugend zu bewirken: sie wurdenverspottet, verläumdet und verdächtigt. Schon im Jahr 1826versuchte man in einigen Schulen wenigstens den gegenseitigen Un-terricht einzuführen; aber der Bischof von Como, wie die Chorherrnvon Lugano und Locarno, schlugen sogleich Lärmen dagegen, wegergGefahr der Religion. So unterblieb es.
Besser, als für die große Masse der Volksjugend, ist für denUnterricht der Kinder wohlhabender Familien in Klöstern, Semi-narien und Collegien Sorge getragen. Aber es herrscht darin mönch-hafter Geist.
2. Lugano.
An den Seebusen des schönen Cerisio geschmiegt, in an-muthiger Nachläßigkeit, ruht Lugano, das schönste Städtchen desLandes, schon mit ganz italienischer Physiognomie. Erblickt man eszuerst vom See her, vom Halbmond seiner dustigen Hügel umkränzt;die Küste mit Dörfern malerisch bestreut, und mit Landhäusern undGärten, wo Mandel- und Olivenbäume, Pfirsich- und Citronen-bäume ihr mannigfaltiges Grün vermengen, und Weinlauben längsden Ufern ihre üppigen Zweige über dem stillen Wellenspiel ranken»asseu, während westwärts, gleich einem erloschenen Vulcan, der
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