Druckschrift 
Theil 1 (1837)
Entstehung
Seite
352
Einzelbild herunterladen
 

352

hieß er mich Hey Seite treten. Einmal besonders dranger weit lebhafter in mich, mich zu entfernen, und riefmit einem Ausdruck von Schrecken: »Der Kapidschi-vcrde! Ich fürchte, daß er euch gesehen hat!« Trotzder Miene von Ehrlichkeit, mit welcher er seine Besorg-nisse an den Tag legte, hatte ich doch starken Verdacht,daß sie nur ein Kunstgriff waren, damit ich die Ge-fälligkeit, welche er mir erwies, nur desto höher schätzenmöge. Ich hatte die vorgeschriebenen Grenzen nichtüberschritten, und glaubte daher auch nicht, daß er nurder mindesten Gefahr ausgesetzt gewesen wäre, gestraftzu werden, wenn man mich auch entdeckt hätte.

Der ebene Platz, auf dem der Tempel stand, hatK00 Armslängen, oder ohngefähr 1025 Fuß im Wiereck.Auf der Seite der Stadt ist er von einer Reihe Häuserbegrenzt, unter denen sich der Pallast des Statthalters,sonst der Pallast des Pilatus, und das Haus des Kadi,sonst das des Patriarchen, auszeichnen. Auf der ent-gegengesetzten Seite stößt er an die Wälle, die er be-herrscht, und über die man die Aussicht über dieThälcrSiloe und Josaphat hat. Im Mittelpunkte erhebt sichdie Moschee Omar; am äußersten Ende ist noch eineandere Moschee von röthlicher Farbe, die weit kleinerist. Diese war sonst eine Kirche, welche den Namender Mutter Gottes trug. Sie war auf einem Theiledes Platzes des Tempels erbaut, wo der Sage nach,die heilige Jungfrau 12 Jahre ihres Lebens zubrachte.

Es gibt in der Welt keinen Ort, an welchen sichso viele, so große, »nd so erhabene Erinnerungen knü-