319
Die Geschichte sagt uns, daß durch eine ganz be-sondere Zulassung zur Zeit der Belagerung der heiligenStadt Titus sein Zelt gerade an der Stelle hatte er-richten lassen, wo der Herr auf diese Art die ZerstörungJerusalems vorher gesagt hatte.
Gott befohlen!
Füufundzwanzigster Brief.
JeruslNei» ben s?. Ze6niar iSZZ.
Ich setze meine Ausflüge mit Eifer fort, mein theurerFreund! und trotz meiner Anstrengungen und trotz derUnbeständigkeit der Temperatur, welche an einem unddemselben Tage bald brennend heiß, bald sehr feucht,und bald außerordentlich kalt ist, befinde ich mich, einig.'leichte Unpäßlichkeiten ausgenommen, Gott scy Dann!sehr wohl. Ich habe in der That noch kein ähnlichesKlima, wie das hiesige kennen gelernt. Es trug sichzu, daß am Morgen eine erstickende Hitze war, undAbends Schnee in ziemlich großer Menge lag. InJerusalem trägt Alles das Merkmal des Fluches, derdiese unglückliche Stadt getroffen hat. Alles ist hieraußerordentlich, Alles traurig. Die Vögel singen hierwenig, die Tauben girren nicht; die Spiele der Kinderauf den Straßen sind oft lärmend, man hört biswei-len Geschrcy; aber die Fröhlichkeit ist daraus verbannt.
In dem Laufe eines Jahres bietet Jerusalem zwei-mal einen ganz verschiedenen Anblick dar. Wer dieseStadt zur Zeit der Fasten sieht, kann sich von ihr