Druckschrift 
Theil 1 (1837)
Entstehung
Seite
201
Einzelbild herunterladen
 

201

und auf verwegene Weise den Geist der Wahrheit,welcher sie diktirt hat, anzugreifen. Sie hat Augen,um die oft fürchterlichen Wirkungen der Schlage wahr-zunehmen, welche die menschliche Gerechtigkeit schlägt,und einen Verstand, um sie zu begreifen. Es ist nichtnöthig, daß man ihr begreiflich mache, wie es zuging,daß da, wo diePalläste, die Blumengebüsche und dieGärten eines großen Verbrechers standen, nichts mehrist als Ruine, nichts mehr wächst als Disteln undDornen. Sie wird euch sowohl das Verbrechen alsauch die Strafe nennen; sie wird euch sagen, welchein Urtheil den Schuldigen verdammte, welche Handdiese prächtigen Wohnplatze niedergerissen, diese Felderverwüstet hat; sie, einen Augenblick lang allmächtigund ihrer Wuth den Namen Gerechtigkeit gebend, ver-breitete die Verwüstung so weit und häufte so vieleRuinen auf; aber wenn es sich um die göttlicheGerechtigkeit handelt, dann sieht und begreift sie nichtsmehr. Das Kreuz ist für sie der Gegenstand desSpottes, der große Name, vor dem jedes Geschöpfseine Kniee beugen muß, der Gegenstand ihrer Verach-tung. Wie soll sie bey solchen Gesinnungen, bey ihrerabsichtlichen Blindheit begreifen, daß ein Land, aufdem der Fluch ruht, daß das Vaterland einer verbre-cherischen und verworfenen Nation heut zu Tage nichtmehr das schöne Schauspiel eines herrlichen Gartensdarbieten kann, wo Milch und Honig fließen, mit de-nen der Vater der Familie Kindern, welche er nochliebte, weil sie noch nicht strafbar geworden waren,