197
schrey, ich halte an und sehe mich um? — zwey jungearabische Weiber, von denen eines ein Kind auf demRücken trug, stritten sich heftig um die Schalen derOrange, welche ich weggeworfen hatte.
O wie sehr warf ich mir in diesem Augenblicke alledie thörichtcn und unnützen Ausgaben vor, welche ichgemacht hatte, als ich noch in der Welt lebte. MeinBlut erstarrte, wenn ich daran dachte, wie unzahligviele Unglückliche ich in jenen Zeiten eines peinlichenAndenkens, wo ich unermüdlich einer falschen Glück-seligkeit nachjagte, wo ich Glück nannte, was ich ge-genwärtig als das höchste Unglück betrachte, hätteunterstützen können! Ich kehrte um, gab und sagteden bcyden armen Geschöpfen, was ich vermochte, umsie zu trösten, und die Augen nach Golgatha gerichtet,kam ich nach Jerusalem zurück, mich auf die Brustschlagend und mehr als jemals überzeugt, daß daswahre Glück darin besteht, die Liebe des Heilandsnachzuahmen und wie unser Jesus im Wohlthun überdie Erde zu wandeln.
Ich gedenke nun bis zum Passionssonntage im Klo-ster des heiligen Erlösers zu bleiben, und mich dannbis nach Ostern in die Kirche des heiligen Grabes ein-zuschließen. Ich werde, wie ich schon angefangenhabe, meine Besuche in - und außerhalb Jerusalemfortsetzen, da ich wünsche, bis zur geringsten Kleinig-keit Alles genau zu sehen, was die Orte und dieDenkmale Merkwürdiges darbieten. Leider ist es mirfür den Augenblick unmöglich, mich an den Jordan,