Druckschrift 
Theil 1 (1837)
Entstehung
Seite
164
Einzelbild herunterladen
 

»iiV

IS4

Ich sehe meinen Gott in diesem Mcnschcnkindc?O Wunder, welches nicht durch Worte wird beschrieben,Der Liebe größtes Wunder, auszusprechen kaum!Mit einem Ochsen liegt, so hat die Schrift geschrieben,Der Löwe Jnda's einst in eines Stalles Raum,Dos Menschen Kind, des Himmels Kind! Ist's nicht ein

Traum?

Wie glänzt dein Angesicht voll Majestät und Würde!Und du, o Jungfrau du! mit dieser thcnern Bürde!Es wohnt im Herzen dir ein unnennbar Entzücken,Und Muttcrsorgc spricht aus allen deinen BlickcmMit zartem Muttcrblick beugst du dich auf ihn nieder,Und schaust die Göttlichkeit in seinen Mienen.

Voll Freude ist dein Herz, daß du ihn uns gegeben,Du weißt es wohl, wie sehr sein künftig LebenAu unscrm Heile und zu unserm Glück muß dienen.Ich füge hier die Hymne Key, welche Herr vonSapinaud de Bois-Huguet nach dem lateinischenHymnus:ffsm clesiirnnt sn8yir'in" gedichtet hat:Gott hat den heißen tiefen Schmerz gesehen,

Mit dem die Rene unser Herz erfüllt,

ES öffnet sich der Himmel unscrm Flehen,

Und der verheißne Friede niederguillt.

Es tönet sanft ans hcil'gcr Engel Munde

Ein himmlischer Gesang durch stille Nacht,

Sie bringen uns die lang ersehnte Kunde:

ES hat die Jungfrau ihn zur Welt gebracht!

Wir gehen mit den Hirten zu der Stätte,

Wo dieser heil'ge Wnndcrlnabc liegt,

Mit tausend Küffcn decken wir sein Bette.

Doch ist's nicht Täuschung, die mein Auge trügt?