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weiß nicht, mein lieber Freund! welch ein von Ab-scheu und Schrecken gemischtes Gefühl sich jedesmalmeiner Seele bemächtigt, so oft mich der Weg hiervorüber führt. Ich stelle mir den Heiligen der Hei-ligen vor, wie er, unter unaussprechlichen Marternsterbend, zwischen zwey Verbrechern am Hochgerichte
hängt, ich stelle mir Maria, diese gute und
zärtliche Mutter, am Fuße des Kreuzes vor, wie sieder Raub um so lebhafterer Schmerzen ist, als ihrHerz allein alle Beschimpfungen, die ihrem Sohnezugefügt worden, zu begreifen und alle Leiden zu füh-len vermag, welche er erduldet Hätz — und in diesemAugenblicke, wo sie Zeugen so großer Todesqualensind, in Gegenwart eines Volkes, dessen Haß vondem Mitleiden zum Schweigen gebracht wird, wodie ganze Natur sich mit einem Traucrkleide umgibt,wo selbst die Felsen Mitgefühl zu vcrrathen scheinen,— in diesem Augenblicke sehe ich Soldaten, welchenur ein Gedanke, der des schmutzigen Eigennutzeserfüllt, wie sie mit scheußlicher Gierde sich über blut-bedeckte Hüllen streiten, wie sie selbe ausspielen unddas Loos entscheiden lassen, wem von ihnen der Rock
des erhabenen Opfers angehören solle. O mein
Gott!
Vierzig Schritte von da entfernt, auf der andernSeite, wenn man einen kleinen Umkreis beschreibt,kommt man an den Ort, wo Jesus Christus nach derAuferstehung der Maria Magdalena als Gärtner er-schien. Man hat hier einen Altar errichtet.