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Inzwischen habe ich mich durch Schweigen undBeten vorbereitet, den Golgatha zu besteigen unddas heilige Grab zu betreten.
Schon waren zwey Tage vorüber gegangen, undnoch konnte ich mich nicht diesen erhabenen und chr-furchtgebietendcn Stellen nähern. Mehr als jemalsaber bcharrte ich auf meinem Borsatze, daselbst mitmeinem Gotte zuerst allein zu scyn. Ich wollte den,welcher durch ein unaussprechliches Wunder des Er-barmens gegen sein Geschöpf den Himmel verlassenhat, um an diesem Orte selbst zu leiden und zusterben, in dem Schweigen einer vollkommenen Ein-samkeit anbeten. Leider belagern seit zwey Tagenund zwey Nachten eine Menge erst angekommenerPilger die Kirche des heiligen Grabes, welche ihnenein reichliches an die Türken bezahltes Eintrittsgeldgeöffnet hat.
Am dritten Tage endlich zeigten mir die guten Va-ter an, daß die Kirche den ganzen Tag hindurch nurfür mich geöffnet scyn solle, und daß sie in Ucberein-stimmung mit den griechischen und armenischen KlösternMaßregeln ergriffen hätten, daß die Zeit hindurch,welche ich daselbst zubringen würde, der Eintritt jedemAndern versagt wäre.
Den t2. um to'/j- Uhr Morgens herrschte umGolgatha und um das Grab des Erlösers das tiefsteStillschweigen. Mit bloßen Füßen, und eine brennendeWachskerze in der Hand tragend, begab ich mich zum
Reise nach Jerusalem, i. Bd. 5