83
merkwürdigsten Stellen, auf welchen der Sohn desEwigen sich fortschleppte, als er mit dem Kreuze be-laden war, an dem er die Sünden der Menschen ab-büßen sollte, wiederholteich die nämliche Huldigungvon Anbetung und Schmerz; — und Niemand sagtemir etwas darüber.
Wir gingen auf dem Kreuzwege weiter; da bliebder Pater, welcher mich begleitete, stehen, und sagte:»Hier ist es, wo Jesus seiner heiligen Mutter begeg-nete!« Diese Worte machten einen tiefen Eindruck aufmich, sie werden noch lange in meiner Seele wieder-tönen. Wahrlich, wer wird sich auch nicht gerührtfühlen bey dem Gedanken an diese so zärtliche Mutter,wie sie ihrem Sohne begegnete, nachdem er schon ein-mal der Last, welche er trug, unterlegen war!
Er war von Henkern umgeben, entstellt, mit Speichel,
Staub und Blut bedecktl Es war Jesus!
es war ihr Sohn! es war der, welchen sie mit ihrerMilch genährt! den sie an ihrem Herzen erwärmthatte, mit dem sie nach Egypten geflohen war, dessenKindheit sie gepflegt, mit dem sie das Brod der Ar-muth gethcilt, dessen Abwesenheit von einigen Tagenallein ihr schon so viele lebhafte Unruhe verursacht hatte!Es war Jesus, es war ihr Sohn, es war ihr Gott,den sie zum Tode gehen sah, und zwar zum schmach-vollsten, schmerzhaftesten Tobel das war ihr Sohn,den sie begleitete, und dessen blutige Fußstapfen sie mitihren Thränen benetzte!
Wir waren zum Gerichtshause des Pilatus gv-