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lästerungen Entsetzen erregen. Ich konnte sie wedersehen, noch hören, ohne ein schmerzliches Gefühl zuhaben, welches ich zu beschreiben nicht im Stande bin;die heiligsten Namen waren bestandig auf ihren Lippenvon den ruchlosesten und unreinsten Reden begleiret.
In Mailand angekommen war ich den ersten Be-such dem Herrn aller Herrn, dem Herrn der Stadt,meinem Herrn, dem Herrn Aller schuldig, ich mußtemit Gott sprechen. Ich begab mich daher zur Dom-kirche, um ihm meine tiefe Verehrung darzubringen.Ich wollte auch den großen Heiligen anrufen, dessenNamen die Kirche trägt; allein es war spät, und manwar eben im Begriffe, die Thüren zu schließen, in-dessen wollte man mir auf mein Verlangen gern nocheinige Augenblicke vergönnen.
Wie schön ist diese Domkirche, wie erhaben ihreBauart, welchen tiefen Eindruck macht sie! Wiebringt diese majestätische Dunkelheit plötzlich die irdi-schen Gedanken zum Schweigen, wie begeistert sie zurSammlung der Gedanken und stimmt das Gemüth
zum Gebete! Meine Seele erhob sich, mein
Herz war bewegt; ich fühlte mich durchdrungen vonder Gegenwart des großen Gottes, der durch dosWunder einer unendlichen Güte sich so weit herab-gelassen hat, daß er auf unfern Altären wohnen wollte,um sich auf gewisse Art noch mehr mit dem Menschenzu vereinigen. Es schien mir, als wenn er ganz aus-drücklich für mich dawäre, um hier die Versicherungmeiner Reue und die Huldigung meiner Liebe zu em-