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Theil 1 (1837)
Entstehung
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Zweyter Brief.

Luzcrn den ss. Juni iszi.

Ich bin in Luzern, mein theuercr Freund! Ichwerde nur drey oder vier Tage hier bleiben, und michdann auf dem zauberischen Luzerner See nach Altorfeinschiffen. Ich werde den Gotthard überschreiten,und mich dann so schnell als möglich nach Venedigund vielleicht nach Trieft begeben, wo ich irgend einSchiff zu finden hoffe, welches nach Alexandrien, odernach der Insel Cypern segelt.

Es gibt in unserm Orden einen rührenden Ge-brauch. Ehe ein Ordensmann das Kloster verlaßt,um eine lange währende Reise anzutreten, wirft er sichmit dem Gesichte zu Boden gekehrt vor dem heiligenSakramente nieder, und die versammelte Gemeindebetet über ihm mit lauter Stimme, um die Segnungendes Himmels für ihn zu erflehen. Ich mußte amfrühesten Morgen abreisen, und bat den Abt, ermöge gestatten, daß diese Gebete, nach welchen ichein so inbrünstiges Verlangen trüge, nach der Kom-plet statt finden dürften. Er gewährte meine Bitte.Nie schien mir ein Gottesdienst feyerlicher gewesen zuscyn; nie habe ich bey unfern heiligen Gesängen einebewegtere Stimme zum Himmel erhoben, und niemit mehr Gluth den Ausdruck meiner Liebe und meinerDankbarkeit zu den Füßen des Thrones des Ewigenemporgesendet. Während dem endigte das Salve