XXIII
gerichtet, welche nicht sodern, daß man ihnen dieWahr-heit in jenem Schmucke zeige, welche sie verschönernkönnen; sie sind vornehmlich an jene einfachen undfrommen Leser gerichtet, von welchen man überzeugtist, daß ihre Herzen befriedigt werden, wenn man siean das erinnert, was Jesus Christus für uns gethanhat, wenn man sie, so zusagen, auf den Spuren seinerFüße fortleitet, und ihnen dadurch neue Beweggründedarbietet, seine unendliche Güte zu bewundern und an-zubeten, seine Religion zu lieben und in Ausübung zubringen, und sich an ihn, als an den einzigen Retteranzuschließen. Noch einmal, ich bin nur nach Palästinagegangen, um anzubeten, zu weinen und Bitten dar-zubringen. Mein Zweck war nicht, den Maßstab desUnglaubens an die heiligen Denkmale zu legen; —damit beschäftigen sich genug andere Reisende. Dergrößte Theil durchfliegt Palästina mit so reißenderSchnelligkeit, daß sie das, was ihren flüchtigen Blickenentgangen ist, durch ihre Einbildungskraft ersetzenmüssen. Indessen, trotz dieses Geistes der Zeit, dersolche Schriftsteller mit so viel Flüchtigkeit über so ver-ehrungswürdige Gegenstände schreiben läßt, erregen siedoch einen heiligen Schauer in ihren Herzen. DieReligion verliert niemals ihre Rechte. Ihr Herz hatgezittert, als sie den heiligen Kalvarienberg erstiegen,als sie den blutigen Felsen vor Augen hatten, auf demder Erlöser der Welt, die Erde mit dem Himmel ver-söhnend, seine letzten Seufzer ausgehaucht; — als siedas heilige Grab besuchten, welches sein siegreicher Fußbetreten. Doch diese Rührung des Herzens war bald