Zwölftes Kapitel.
Ist er aber 2) verbeiracher nach GOt-tes Willen: so trachtet er darin getreu, inseiner reinen Liebe, vor seinen Augen zuwandeln, in Reinigkeit, Unschuld, Geduldund Weisheit, ohne Sorge oder Unglauben.Kurz: die da Männer oder Weiber haben,sind, als hätten sie keine (t Cor. 7, 29.).
Z. Je. Wie verhält sich ein wahrer geheiligterChrist in Ansehung seiner äußern Kcschäffri-gungen, seiner Berufsarbeit oder Profession ?
A. Nachdem er, durch GOttes Leitungoder Vorsehung, in einem solchen Berufestehet, der nach dem Willen (5?Dcres ist,und worüber er dessen Segen erbitten und er-warten kann (das ist: der einiger Maßen un-schuldig, und nicht an und für sich selbstsündlich ist, oder gerade zu zur Sünde Anlaßgibt): so ist er darin zufrieden, ohne was an-deres zu wünschen und zu suchen, und trach-tet nur, seine Arbeit allein nach GOttes Wil-len zu verrichten.
6. Fr. Weil aber dieß eine taglich vorfallendeSache, und eine daher nöchige, ja ganzwichtige Materie ist; so sage mir doch etwasnäher, wie ein Christ seine äußere Berufsar-beit nach dem Willen GOtteö thut, undthun mäße?
A. Der Zweck warum, und die Absicht
aus welcher ein Christ arbeitet, muß seyn:1) aus kindlichem Gehorsam und Unterwer-fung an GOtt und seine Ordnung (2). 2)
Zur