Von dem wahren Gebethe. ?2;
ich werde ihn lieben, und mich ihm offenbaren,. . . und wir werden zu ihm kommen, undWohnung bei ihm machen.
(c) Rom. 10, 8- Das Wort ist dir nahe, näm-lich in deinem Munde und in deinem Herzen.
2ü. Fr. Was heißc das: GOtt im Geist und inder Wahrheit anbethen'i
A. Im Geiste, das ist, im inwendigstenGrunde des Herzens oder Geistes, wie auchdurch den H. Geist und dessen Bewegung; inWahrheit, das ist, in wahrem Wesen und inder Kraft des Glaubens und der liebe, ohneZwang und Gesetz; und also nicht affectirtoder gezwungener Weise, mit einiger Heu-chelei , Verstellung oder Zurückhaltung nochmit bloßen lippen, in Fantasien und Bil-dern*): sondern uns GOtt so vorstellend,A 2 wie
Ein gläubiger Bether soll sich aber deßwegen nichtängsten, noch vom Gebethe ablaßen, weil er geradezur Zeit des Gebeths oft am meisten mit allerhandFantasien und Blldcrn gcqualr und besturmrwird,wenn nur sein Grund redlchist, und ringet, sichin Demuth lauterlich vor GOtt darzustellen. DieUebung des Glaubens ist hlec: immer diese Bildersanft fallen zu laßen, und alle Augenblicke sich aufsneue über dieselben zu GOtt zu erbeben , oder ihnendurch sanfte Entsinkung in den Seelengrund zu entge-hen; nichc aber mir ihnen gerade zu zu streiten , odersie mit Gewalt vertreiben zu wollen (welches ebenso viel ist, als wenn man in ein Wespennest schlüge),wodurch das Uebel nur arger wird. Man haltenur geduldig und standhaft im Gebeth aus, und tbueauch hier, wie der sel. Autor irgendwo sagt: wem,dein Gederh dich nicht vergnüget, vergnüge Gwir
dann