Zoo Zehntes Kapitel.
sere Aeltern oder Vorgesetzte mochte bekanntmachen.
10. Fr. Benenne mir einige zeitliche Dinge,worin man sich sonderlich zu verlaugnen hat.
A. Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brü-der, Schwestern (Luc. 14, 26.), Freunde,Aemter, Macht, Reichthum (Matth. 19,21.), Aecker, Hauser (V 29.), Hausrath,Kleider, Bücher und dergleichen*), worander Mensch in seiner Selbstheit sonderlich haf-tet. Es sind Dinge, die er Koffer und zuhaben wünschet, wenn er sie nicht hat; in de-nen er sich treuer, wann er sie hat, und zu-gleich fürchrer sie wieder zu verlieren; sichauch wirklich be «rüder, wenn er sie verlieretund entbehren muß.
11. Fr. Nenne mir auch einige natürliche Din-ge , worin man sich am meisten suchet, undwelche man doch verlaugnen muß ?
A. Des Leibes Wohlgestalt, Schönheit,Gesundheit und Leben; ein gutes Naturell,faßliches oder glückliches Gedächtniß , Klug-heit des Verstandes, Beredsamkeit und alleandere natürliche Gaben und Tugenden, inwelchen allen sich die Eigenliebe stützet undgefallt **).
,2. Fr.
") Vergl. hiemit 1 Kor. 7, 29. zo. zi. d. R.
Unter diesen Natur - Eigenschaften ist vorzüglich«n gurmürhiges Naturell diejenige, wo sich dieEigenliebe am leichtesten einnistet. Nichts ist ge-wobn-