Von dem Heiligen Geist ?c. 277
9. Fr. Wer denn nun diese erste Ueberzeugung inseiner Seele gewahr wird, was hat der dabeiin Acht zu nehmen?
A. 1) Daß er sich diesem sichte nicht ent-ziehe durch Zerstreuungen in Gesellschaften,Reisen, Lesen eitler Bücher *), oder durchwelche Mittel es auch immer möchte geschehenkönnen. 2) Daß er sein Gewissen, mit die-sem oder jenem bloß äußerlich gethanen Werk,Wicht, oder Ceremonien u. dgl. nicht zustillen trachte. Auch z) es beim bloßen Lichtund Rührung nicht bewenden laße, in derHetrüglichen Meynung, als wäre es schon gut,wenn man nur einige Ueberzeugung vonGOtt, und einiges Nachdenken und Beküm-merniß über seinen Austand, auch daher eini-ge Neigung zum Guten und zu dem Umgangmit den Frommen bekommen habe, und un-terdessen im Grunde derjenige bleibet der manallzeit gewesen ist. 4) Muß im Gegentheileine überzeugte Seele dem züchtigenden undbestrafenden Lichte GOttes stille halten, undsich demselben in aller Wahrheit bloß geben,ohne einigen Rückhalt.
ao. Fr Wann nun der Mensch diesem überzeugendenAcht des Geistes IEsu sich bloß gibt, was wirkederselbe dann ferner in der Seele?A. Er gibt ihm noch viel lebendiger undS z tie-
5) Ja auch selbst oft guter und sonst erbaulicher Bücher. Denn wann der H. Geist am Herzen anklopfet,müßen die Bücher geschlossen werden. Durch Forkle-sen würde man seine Gnade verscherzen, die zu sol-cher Zeit allein durch stilles Aufmerken und Gebetb inder Seele zur Kraft werde» kann. A. d. R.