Von dem Heiligen Geist :c. 27z
Kennzeichen; indem er selber Zeugniß glvr,daß G-ijt Wahrheit sey (1 Joh. 5/6.);sonderlich nachdem er das Herz völlig in Be-sitz genommen hat. 2) Weil er ein friedsa-mer, freudenreicher, sanfter Geist ist: sosammlet er das Gemüth, und machet es ein-kehrend und andächtig zu GOtt: wogegendie Natur und ein fremder Geist auslockt,verstreuet, beunruhiget und zerstöret *). z)Bringt dieser Geist Lichr mit sich, wodurchdem Menschen alle Wahrheit entdecketwird (Joh. 16, iz. Kap. 14, 26.), son-derlich diese Grundwahrheit: daß GGccAlles — alles andere aber außer ihm einNichts in sich selber sey; woraus 4) in derSeele entspringt eine, mit Abneigung ver-paarte Geringachtung, und Verlaugnungaller Kreaturen **), wie auch ihrer selbst; hin-
*) Ein sehr wichtiges Kennzeichen, welches sich er-weckte, redliche Seelen wohl merken mögen, da sichein fremder Geist, unrer gurcm Scheine — sonder-lich bei Seelen von lebhaftem Charakter — so leichteinschleichen kann. A. d. R.
»*) Man muß hier den sel, Autor nicht mißverstehen.Er verachrere ja nichr die Geschöpfe GOnes, alssolche. Weil er aber gründlich einsah, daß sie insich selbst nichts sind: so hatten sie auch in seinenAugen keinen Werth, als nur in so fern sie Beweisevon der Güte, Allmacht und Weisheit ihres Schö-pfers waren Nur zu Ihm sollte aber auch die Be-trachtung und der Genuß derselben das Herz auflei-ten; so bald sie aber das Gegentheil bewirkten, Smaund Herz zerstreueten, und durch ihren Reiz gefan-gen nähmen, folglich von GOtt abführet?» (wieleider! !v häufig geschieht): so müße man seine Nei-S gung