Von dem offenbaren Leben ^tEtu ?c. 2??
8. Fr. Müßen auch Binder diesem Vorbilde JEsiiund seinen Tugenden nachzuahmen trachten?
A. Freilich! schon frühzeitig müßen sie sichdieses heilige Vorbild vor Augen stellen; unduntersuchen, wie viel ihnen noch an der Gleich-förmigkeit mit ihm fehle *).
y. Fr. Was haben alle unbekehrte Menschen, undsonderlich auch Kinder, wohl an sich, das derDemulh des HErrn JEsu zuwider ist?
A. Daß sie insgemein große Gedankenund Einbildung von sich selber haben; gerngelobet sind, und oben an sitzen, und nichtgern sehen, daß man andere höher achtet alssie; wie sie dann auch an köstlichen, schönenSachen, Häusern, Kleidern u. d. gl. großenGefallen haben, und sich darüber freuen»
iv. Fr. Was haben sie an sich, das wider seineGanfrmmb streitet?
A» Daß sie oft eifrig, böse und zornigsind, sich auch unter einander bisweilen zansken, streiten und schlagen»
Fr.
Es würde ohne Zweifel viel mehr auf die Herzen deeK'nder wirken, wenn Christliche Aeliern id- beson-deres Werk daraus machten, ihnen dieß vollkommen-ste Tugendmuster in seinem Leben uud Wandel recheanschaulich zu machen, als die —oft erdichteten —Historien von tugendhaften Kmdern, woran sie umsich her kein Beispiel sehen; obschon man übrigensdenselben ihren Nuyen nicht absprechen will. Diefolgenden Frage» und Aniw- r?) sind für Kinderbesonders der Beherzigung werth.
A> d. R.