D- d. Haushalt, GOttes unterm Gesetz. 759
12. Fr. Warum gab GOtt aber dem Volk Israelso viele und schwere äußere Ceremonien undSatzungen?
A. Weil sie insgemein so gar aufs Aeußeregefallen, und also noch ungeschickt waren,GOtt im Geist und in der Wahrheit zu die-nen, und sie sonst auch leicht zu Abgötternwürden geworden seyn: so gab ihnen derHErr selbst, einen solchen auswendigen sinn-lichen Dienst, den er aber, durch seine großeWeisheit, mit allen seinen Umständen so ein-gerichtet hatte, daß er em gar eigentlichesBild, Muster und Schilderei war, von demwahren inwendigen Dienst GOttes; damitsie dadurch allgemach zu seinem Dienst imGeist und in der Wahrheit möchten gebrachtwerden.
iZ. Fr. Kannst du dieß nicht etwa durch ein Exem-pel befestigen und erläutern?
A. Ja, durch das Exempel der Opfer,welche den vornehmsten Theil ihres GOttes-dienstes ausmachten; denn, wann sie einThier zum Vrandopfer brachten, welches vorihren Augen von dem Priester geschlachtet, inStücken zerhauen und verbrannt wurde: sowar ihnen solches zum Spiegel, i) wie siewegen ihrer Sünden würdig wären, derge-stalt und noch grausamer behandelt zu wer-den; 2) wie sich der Messias, in der Fülleder Zeit, zum Opfer für die Sünde darlegenwürde, den sie im Glauben zu ihrer Versöh-nung