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mit Stillschweigen übergehen, und cS wird noch manche Gelegenheit vorkommen, denBefangenen zu zeigen, daß der Vorrath guter Grunde und Beweise bei weitem nochnicht erschöpft ist.
Aus die erste Behauptung, daß nach dem Gesetze des Dranges der Warme dieWeltkörper von der Sonne abweichen müssen, wurde entgegnet, daß die Astronomiesolches Steigen der Entfernung nicht wahrgenommen habe, und die Unveranderlich-kcit der Planeten-Bahnen jenes Gesetz widerspräche; wie dies auch wirklich der Fallwäre, wenn aus der Vergleichung alter Beobachtungen mit den neuern solche Unver-änderlichkeit hervorging. -— Da nun aber hingegen die Zusammenstellung aller unsüberlieferten Beobachtungen auf ein fortwährendes Steigen der Entfernungen hindeu-tet, und zwar seit Herschel's Beobachtungen noch um 700,000 Meilen für dieErde, so will man jetzt jenes zu der Astronomie zum Behuf einer Einwendung ge-hegte Vertrauen umkehren, und die ganze Astronomie zu Nichts anschlagen, alle Astro-nomen, außer denen die heute sprechen, der gröbsten Unwissenheit beschuldigen, um demunverkennbaren Naturgesetz die astronomische Bestätigung abzusprechen. Dadurch aberwird es offenbar, daß wenn die Astronomie unfähig wäre mittelst der verzeichnetenAngaben jene Veränderung zu bestätigen, sie noch viel mehr unfähig sein würde ohneandere Spuren die natürliche Veränderung zu widerlegen. Die Astronomen müssendenn, wenn sie die ganze frühere Astronomie verwerfen wollen, dem einfachen physi-schen Beweis seinen Lauf lassen; oder wenn sie ihre großen Vorgänger nur etwa füreben so fähig als die heutigen Astronomen halten, selbst die Veränderung als bestä-tigt annehmen. Es ist freilich nicht angenehm, nachdem man sein Leben lang denLauf der Gestirne für ewig unveränderlich erklart, und mit Entzücken von dem Wun-der dieser Kenntniß gesprochen hat, dann zu sagen: nein, eS ist nichts in der Naturunveränderlich, alles ist vom Ursprung nach dem Untergang in Bewegung; aber manmuß nicht scheuen der Wahrheit das Opfer seiner Eigenliebe zu bringen.
Nachdem nun die Gelehrten schon fünf Jahre Zeit gehabt haben, ist von denMannern vom Fach noch nichts zur Aufklärung der Wahrheit geschehen, und sie wer-den wahrscheinlich auch ferner nichts thun, oder sie werden, wenn sie wirklich unter-suchen mehr und mehr Bestätigungen dieser Angaben finden, und vielleicht dennochschweigen; so daß die Wahrheit heute eben so schwierig aufkommen kann, als in frü-hern Zeiten. Vor dem Druck des Werkes erfolgten nur leere, Zweifel ahnliche Aeu-ßerungen, Unkunds verrathend, mit Aerger ausgesprochen, und alle darauf hinausge-hend: die Sache sei der Prüfung nicht werth und möge dahin gestellt bleiben. Nachder Bekanntmachung durch den Druck will man Beweise mit Machtsprüche widerlegenoder sie mit Stillschweigen übergehen. Nachdem man Jahre lang den Weg des Ver-lags verschlossen hatte, wäre die Wahrheit erdrückt worden, wenn der Versasser esnicht gewagt hätte selbst drucken zu lassen- Hat er Unrecht, so verdient er, wegen sopositiver Behauptung von Irrthümern die derbste Bezüchtigung; hat er aber trotz demWiderstand der Schule Recht, so verdient diese andern Schandflecken der Geschichte zurSeite gestellt zu werden. Wir sehen in vergangenen Zeiten nur Barbarei und Un-wissenheit: worin besteht aber die Vorzüglichkeit der heutigen, sehr kostspieligen Schule,wenn es unter allen mit Wissenschaft prangenden Gelehrten keinen einzigen gibt, der,wenn er wirklich die Wahrheit verkennt und in einem richtigen Systeme zu stehenglaubt, mit wenigstens eben so viel Belegen die vermeintliche Unveranderlichkeit dcSWeltgebäudes nachzuweisen im Stande ist?