IV
wahr sind. — Es gibt nach den Fragen, deren Lösung unmittelbar überdas Glück des Menschengeschlechts in der bürgerlichen Gesellschaft ent-scheidet, keine wichtigere, als den Schleier zu heben, der uns die Trieb-federn der Natur verbirgt. Gleich wie Franklin die Freiheit seinesLandes befestigt und zugleich den Blitzstrahl überwunden hat, sind dieArbeiten und das Streben der Philosophen, denen die Welt die jetzige Auf-klärung verdankt, auch auf die Entdeckung der Geheimnisse der Natur ge-richtet gewesen: aber Einige haben falsche Folgerungen aus richtigen Er-fahrungen der Physik gezogen, Andere haben unfehlbare Wahrheiten derGeometrie auf erdachte Naturerscheinungen oder auf irrig ausgelegte Ex-perimente aufgebauet. Diese Philosophen und ihre Ausleger haben durch soviele überwundene Schwierigkeiten unser Erstaunen erregt, uns durch einenbewunderungswürdigen Aufwand von mathematischen Wissenschaften ge-blendet, und mau hat nicht mehr daran gedacht die Basis ihrer Systeme zuprüfen. Man hat geistige Kräfte die Himmelskörper durch ein leeres Welt-all leiten lassen, und die wirkliche Kraft, welche sie bewegt, verkannt, dasnatürliche Entstehen und Vergehen der Dinge nicht erforscht und dieSonne nicht gefragt, durch welche Kraft sie ewig Licht und Wärmeverbreitet und welcher Stoff sie nährt ohne sich je zu erschöpfen. DieChemie aber hat statt der Systeme Experimente geliefert, wodurch esder Wahrheit möglich wird, bewunderte und vergötterte Irrtbümer um-zustoßen, mittelst einfacher.Folgerungen vom Bekannten auf das Un-bekannte das Chaos der Systeme, womit man die Natur verfinsterthat, zu durchbrechen und die Einfachheit der Gesetze zu erkennen, nachwelchen sie wirkt. Da jede falsche Naturlehre vor dieser Methode fal-len muß, und durch Forschung auf Thatsachen die Wahrheit nur unterden Trümmern der Irrlehre gefunden wird, und da die Zeiten vorübersind, wo ein Philosoph gezwungen wurde die Wahrheit der Bewegungder Erde zu widerrufen, so darf der Verfasser sagen, daß er zumTriumph der Wahrheit wünscht, aber nicht fürchtet durch die gebrech-lichen Lehrsatze der bestehenden Schule widerlegt zu werden.
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