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Schweiz in der Menge »md Äortrefflichkeit öffentlicher Anstalten.Es herrscht hier ein Reichthum von Bibliotheken, Sammlungenvon Manuscripten, Alterthümern, Gemälden, Kupferstichen, phy-sikalischen Apparaten. Münz- und Naturalienkabineten, deren weitgrößere Städte entbehren. Hier ist für Alles gesorgt, was zurVeredlung oder Veranmuthigung des Lebens hilft; selbst Cassino undTheater fehlen nicht, noch weniger eine Menge nützlicher und wohl-thätiger Stiftungen, Werke edelmüthiger Bürger, die sich seitmehr, denn einem halben Jahrhundert, zu einer Gesellschaft desGuten und Gemeinnützigen verbunden.

Neben so vielen Vorzügen sieht man gern manchem Sonder-lingshaften nach, welches durch Gewohnheit seine Rechte bis in unsereTage behauptete; wie z. B. daß die Uhren der Stadt im Gangihres Stundenzeigers von allen in Europa (mit Ausnahme Italiens,das noch 24 Stunden zählt) von jeher abwich. Die Basler Uhrnämlich mußte immer eine Stunde früher gehen, als die der übrigenWelt. Niemand weiß, woher der wunderliche Brauch stammt; nochwozu er nützt? Als man versuche» wollte sich auch hierin den übrigenEuropäern gleich zu stellen, und gesetzlich befohlen ward, damitam 1. Jänner 1779 den Anfang zu machen, gab es der Parthei-ungen und Verwirrungen so viele und ernstliche, daß man schonvierzehn Tage nachher, das Gesetz wieder aufzuheben genöthigtward.

Es versteht sich, daß eine Stadt von diesem eigenthümlichenCharakter, in ältern Zeiten noch weit mehr solcher Seltsamkeitenaufzuweisen hatte; und eine Sittengeschichte Basels wäre gewißreichhaltiger und anziehender, denn diejenige irgend einer andernschweizerischen oder deutschen Stadt. Immer wandelten gern hierFrömmigkeit, selbst übergroße, mit Ueppigkeit des Wohllebens,die größte Mildthätigkeit mit kaufmännischer Knauserei, und derempfänglichste Sinn für das Große und Gute mit starrer Sprödig-keit der Denkart, Hand in Hand. Ich will einige Züge mittheilen.

Die innere geheime Religion bildungsarmer Völker ist derenAberglaube. Davon war in frühern Zeiten das Volk des KantonsBasel besonders reich; und noch itzt findet man dessen in der Land-schaft mehr Ueberbleibsel, als fast in sämmtlichen Gegenden dernördlichen Schweiz. Auch die Bürger der Stadt waren damit wohl-begabt, und wegen der Namensverwandtschaft spielten die Basi-lisken, die Schildhalter des Stadtwappens, Geschöpfe halb Hahn,halb Schlange, wichtige Rolle darin. Im Jahr 1474 ward feier-lich durch Henkershand ein Hahn, der ein Basilisken-Ei gelegt