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vnv vretßig Jahre später etn Agnesenkloster. Im dreizehnten Jahr-hundert umgürtete sich der Flecken mit Ringmauern und wardeine Stadt, llnd sogar eine Reichsstadt, deren rührige BürgerWirren und Fehden des Mittelalters zu benutzen verstanden. Siemachten sich nach und nach von der Oberherrlichkeit der Abtei, nachund nach von den Lasten des Reichs los; erweiterten, durch Kaufvom verarmenden Adel, ihr Gebiet bis zu einer Größe von achtGeviertmeilen und traten endlich mit diesem (im Jahr 150!) uiden Bund der Eidsgenossen.
Das Städtchen mit seinen 7000 Einwohnern, siinen Ring-mauern, alten Thürmen und bemalten Häusern wird seine mittet-alterische Physiognomie sobald nicht verlieren, welche besondersdurch eine Art Bnrgfefte, aus dem Hügel an der Ringmauer,etwas Eigenthümliches bekommt. Es ist schwer zu sagen, wozudieser weite, runde, aus großen Quadersteinen erbaute Thurmmit seinen achtzehn Schuh dicken Mauern, eigentlich dienen sollte,der doch erst seit 1564 fertig dasteht. Eben so schwer ist mir zusagen, ob er Münnoth, oder Unnoth, oder Munoth heißt, undwarum er so genannt ist? Lassen wir aber das Romantische bei-seite. Den Glanz des Klassischen empfing die Sradt von einigenihrer weitberühmten Bürger; dem herrlichen Bildhauer Trippelund dem großen Geschichtschreiber Johannes Müller. Abermehr Verdienste hat Schaffhausen nicht um diese Männer, alsdaß sie da geboren wurden. Der eine lebte und starb in Rom;der andere lebte und starb in Deutschland, auf daß erfüllet würdeMatth. 13, 57.
Man steht hier an den Schwellen der Schweiz. Aber donnertennicht die silbern-grünen Wogen der Nheinkatarakte ihren Grußdem Wandrer entgegen, er würde glauben mitten in Schwabenzu stehen, nicht in der Schweiz. Sprache, Kleidung, Sitte,Menschenschlag, Bauart und Lebensart des Volkes, >— allesist schwäbisch; aber auch biedermännisches, treuherziges Wesen,Gastfreundlichkeit, etwas Schwerfällig -- Gemächliches in Wort undWandel und eine gewisse Scheu vor allem Aufsehen-Erregen. Inden Geschichten der Eidsgenossenschaft spielten die Schaffhausergewöhnlich die Stillen im Lande. Sie giengen mit; halfen aber,und das gereicht ihnen zur Ehre, immer am liebsten zur Ruhe.Sogar in den letzten politischen Bewegungen der Schweiz dauertedie Aufwallung des Kantons Schaffhausen kaum einige Wochen,»nd Stadt und Landschaft waren wegen ihrer Rechte bald genugmit einander ausgeglichen. Nur in den Bewegungen des stattlichen