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Der biedre Pirkheimer gab, am Schluß seiner Kriegsgeschichteden damaligen Schweizern folgendes Zeugniß:Sie nahmen denRuhm standhafter Tapferkeit und gediegener Kriegskenntniß mitsich, da sie nie tollkühn und unbesonnen ein Unternehmen wagten,sondern in allen Dingen ihrem Muthe sehr viel, dem Glücke abersehr wenig zutrauten; vorzüglich auch, weil sie dem Kriegsbefehlihrer Anführer unbedingt gehorchten, und somit kein Rathschlagohne That, und keine That ohne Rathschlag blieb."

S.

Das Schloss Göttlichen im Thurgau.

Vielleicht ist nur wenigen Anschauern dieser Bilder das StädtchenGottlieben bekannt. Es liegt ganz in der Nähe von Konstanz,an dessen Seeufern. Kaum aus einem halben Hundert Wohnhäu-sern besteht es, über welche zween uralte, viereckte, mit einge-drückten Spitzdächern behütete Thürme vortreten. Diese Thürmegehören, wie man ihrer breiten, festen, schmucklosen Form, ihrenregellos angebrachten Fenstern schon ansieht, zu einem Schlosse,welches mit seinen in verschiedenen Zeitaltern angeflickten Zugabenein räthselhaftes unfreundliches Ansehen hat. Es gleicht einem insich verschlossenen, mürrischen Alten, der unter Leidenschaften er-graut, von Jahren niedergedrückt, aber keineswegs geschwächt ist;der seine Jugendfreunde und Verwandte längst im Grabe weiß,aber inmitten einer ihm fremden Generation noch keineswegs Lustzeigt, den Platz in dieser Welt zu verlassen.

Lord Byron besang die aus dem Genfersee hervorsteigendenKerkermauern des Schlosses Chillon, die itzt den Dienst eineswaatländischen Pulvermagazins verrichten. Würde der britischeDichter die finstern Burgthürme von Gottlieben gekannt haben, welcheihr wunderliches Gebilde im Bodensee spiegeln, ich wette, dasdüstere Feuer seiner Fantasie würde sich hier an grauenvollern Erin-nerungen entzündet haben. Denn dies Schloß mit dem frommenNamen hielt vorzeiten in seinen Kerkermauern, eins ums andere,die Zierden und Schanden der Menschheit gefangen, deren Andenkenlänger als der Steinhaufen dauern wird, welcher ihre Seufzerempfing. Aus den Pforten dieser Burg ging Papst Johann XXM.