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Gaiß dessen Kirche auf derselben Stätte steht, wo vor Zeiten destapfern Ulrich Notach Hütte gewesen. Das Dorf mit seinenzierlichen Lustgängen, Gasthäusern und Pavillons ist seit der Mittedes vorigen Jahrhunderts einer der berühmtesten Kurorte derSchweiz geworden. Fremde, oft aus allen Gegenden Europens,und Einheimische trinken hier während der Sommermonate, imGenuß der gesunden, reinen Luft des hohen Wiesenthales, Ziegen-Molken.

Und zwei Stunden von da, in reizender Gebirgseinsamkeit liegtein anderer fast eben so reich besuchter Kurort, das Weisbad,wo, neben dem Molkentrank, das Wasser einer Heilquelle, in 80Wannen, zu Bädern benutzt wird. Obwohl den Lebensbequemlich-keiten und gesellschaftlichen Freuden der Gäste Sorge getragen ist,gewährt doch der Besuch der nahen Berge weit höher« Genuß. Dennes münden sich gegen die Anlagen des Bades drei Alpenthäler aus.Durch das mittlere führt der Weg zum Gipfel des höchsten BergeSim Lande.

Dieß ist der Säntis (7770 Fuß über dem Meer). Ihn scheidetvon seiner steilen Nachbarin, der Gyrenspitze, ein Gletscher. DerWeg hinauf, durch das stille Thal der Seealp, ist, wenn auchdann und wann etwas mühsam, so gefahrlos, daß ihn selbstFrauenzimmer wandeln. Nur ohne Wegweiser soll man ihn nichtbetreten, zumal wenn Wolken die Abgründe steiler Felsen ver-hüllen. Im Jahr 1791 stürzte ein Professor Jetzeler von Schass-hausen vom Felsenvorsprung des hohen Mesmer herab. Unkundigder Wege, hatte er sich ohne Führer dahin gewagt. Eine Inschriftam Felsen verkündet sein trauriges Geschick.

Ein Unfall andrer und minder gewöhnlicher Art, aber beinahefurchtbarer denn irgend einer, traf auf der Santishöhe vor weni-gen Jahren (183?) den Ingenieur Buchwalder. Er hatte, zutrigonometrischen Messungen im Dienst der Eidgenossenschaft, nurvon seinem Diener begleitet, hier für einige Tage sein Zelt aufge-schlagen. Die Luft war schwül. In der Ferne regneten Blitze amschwarzen Hinrergrnnd. Der Wolkenhimmel sank herab. Ein Nebel-meer stoß über alles Land. Ein andrer Wolkenhimmel rollte sichdroben aus, und verspann sich gährend mit dem andern. In denKlippen heulte der Sturmwind; von den Felswänden prallte derDonner zurück. Buchmüller rettete sich mit dem Diener unter dasGezelt vor den fallenden Regenschauern. Das Ungcwitter rücktenäher. Seine Blitze züngelten um die Spitzen der nahen Berge.Doch für die beiden Einsame»? schien keine Gefahr zu fürchten z«