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Deutschland, Frankresch, der Schweiz und Italien alljährlich zahl-reich genug besucht. Hier ist aber kein Ort des Vergnügens, kaumeiniger Bequemlichkeit. Nur durch Wunderkraft des krystallhellen,gefchmack- und geruchlosen 30° Reaumur warmen Mineralwasserswird Pfäffers ein Ort des Heils für Leidende und ist es seitvielen Jahrhunderten. Die Römer kannten ihn nicht. Erst spätwurden diese Gebirge bevölkert, vielleicht erst, seit der heiligePirmin, Bischof von Meaux, in dieser Gegend ein Klösterlein St.Maria, zu Anfang des achten Jahrhunderts (im I. 731), gestiftethatte, um welches sich denn das Dörflein Pfäffers anlegte.
Im Winter aus dem Abgrund emporsteigende Dampfwolkenmußten bald zur Entdeckung der warmen Quelle führe«. Alleinurkundlich wird ihres Daseyns erst im I. 1050 gedacht, als KaiserHeinrich III. dem Kloster das Eigenthum des Gesundbrunnens be-stätigte. Dreihundert und zwei und dreißig Jahre später lieh derAbt des Klosters noch das Bad, bei dem sich blos eine kleine Hüttemit Küche und Stube befand, um 6 Gulden und mit der Be-dingung aus, daß die Personen des Gotteshauses Pfäffers das"Wildbad" unentgeldlich benutzen könnten. Freilich die Benutzungwar damals nicht nur ziemlich mühselig, sondern auch lebensge-fährliches Wagstück. Denn man mußte sich an Seilen zwischen denKlippen in die Tiefe hinunterlassen; dann zwischen den Felsen dieTamina aufwärtskriechen, bald von Seilen gehalten, bald aufLeitern und Hangenden Brücken bt;' zu den Quellen, wo man eineWoche lang im Wasser liegen blieb, darin aß und trank und schlief,bis jeder der verzweifelten Kur müde ward, oder sich genesenglaubte. Wo heutiges Tages die Badehäuser in einem künstlicherweiterten Platz der Felsenspalte liegen, wurden erst im I. 1630Hütten aufgeschlagen, dann (im I. 1716) die jetzigen Gebäudevollendet, zu denen das Badwasser in Röhren von der Quellegeleitet wird, fast 700 Schritt weit.
Es ist der Mühe werth, durch das etwas grauenhafte Helldunkelder engen Schlucht bis zum Ursprung der Quellen zu wandern.Es ist ein Gang, als wär' es ein Weg durch die geborsteneErdrinde zum Orkus, oder zu den unterirdischen Palläften derGnomen. Doch mögt' ich ihn nicht dem unsichern Fuß ängstlicherFrauen , unbehutsamer Kinder, oder ungelenker Männer empfehlen^sondern nur denen, welche schwindellos etwa, wenn sie kein höheresJntresse ruft, von Zeit zu Zeit starke Gemüthserschütterungenbedürfen, um ein in Uebersättigung erschlafftes Gemüth aufzu-regen, oder welche Brennstoff für die erkaltete Phantasie nöthi?
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