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und bekehrend, von Früchten des Ackers, welchen er selber baute,oder von milden Gaben, welche ihm Dankbarkeit und Ehrfurchtchristlicher und heidnischer Nachbarn zollte. Das war der bescheideneUrsprung der Abtei St. Gallen, der allerersten, die in oberndeutschen Landen entstand.

Erst über dem Grabe des großen Heidenbekehrers strahlteaber der Ruhm seiner Tugenden und Wunder Heller. Man wall-fahrtete bald zur St. Gallenzelle und bereicherte sie mit Verga-bungen von Ländereien und Leibeignen, um dafür aller Seligkeitendes Himmels nach der Todesstunde versichert zu werden. Was inunsern Tagen Politik der Fürsten und Großen begünstigen würde,leistete damals Frömmigkeit derselben. Klöster wurden, immittender Halbwilden und Barbaren, Pflanzstätten besserer Ge-sittung; und Mönche streuten mit den Saaten des Christen-thums die ersten Keime der Gewerbe und Künste aus. Sie lehr-ten Kalk und Ziegel brennen, Getraide und Weinreben pflanzenund aus Fasern selbstgebauten Hanfs nnd Leins Gewänder weben.

Bald siedelten sich um den Wallfahrtsort, zur Bequemlichkeitder Pilger, Krämer, Kauffahrer und Wirthe an. Die schlichteBethütte verwandelte sich in ein gemauertes Klostergebäude mitstattlicher Kirche, von den steißigen Händen der Mönche aufge-führt. Die Leibeignen des Gotteshauses erlernten und betrieben,zum Vortheil desselben, bei verbessertem Feldbau, die unentbehr-lichen Handwerke. Schon im neunten Jahrhundert erscholl derRuf durchs Land von großer Wissenschaft und Kunst der Kloster-geistlichen. Sie bewahrten unter sich die Geistesschätze des altenGriechcnlandes und Roms; und neben den Uebungen ihrer An-dacht weihten sie sich der Stern- und Heilkunde, den Künstender Musik, Malerei und Veredtsamkeit. Im zehnten und eilftenJahrhundert, als in Deutschland und Frankreich Schulen undWissenschaften mehr und' mehr unter der anschwellenden Machtallgemeiner Barbarei zerfielen, glänzte St. Gallen noch, als Sternin allgemeiner Nacht der Unwissenheit. Aus seinen Schulen her-vor gingen die berühmten Gelehrten des Zeitalters. Noch sindheutiges Tags die Notkers, Kerons und Eckeharde inder ältesten Literatur der Deutschen gefeierte Namen.

Weit mehr aber, als Gelahrtheit des Klosters, erregte immerhöher steigender Reichthum desselben an Grundstücken, Weilern,Höfen, Dörfern, Zinsen, Rechtsamen und Leibeignen den Neidder Herrn und Grafen rings umher, selbst der Bischöfe vonConstanz. Ehe noch das zehnte Jahrhundert unsrer Zeitrechnung