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1 (1836)
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Brigaden verfolgt und vom Hunger in den unwirthlichen Einödengequält; man muß diese Wildnisse gesehn haben, um eine lebendigeVorstellung vom Loose der 22,000 Russen zu erhalten, welche unterSuwarows Anführung zwanzig Tage lang das Hochgebirg kämpfenddurchwanderten, abwechselnd Sieger und Flüchtlinge, immer elend.

Die Begebenheit ist so ausserordentlich, ihr Ausgang so schau-derhaft und folgenreich gewesen, daß sie wenigen unbekannt seynkann. Da Suwarows Unglück eigentlich in den Gebirgen vonGlarus erst wahrhaft begann und sich darin vollendete, verzeihtman's vielleicht gern, wenn ich einiges Minderbekannte darübermittheile, wovon ich zum Theil selber Zeuge war, oder wie ich esaus dem Munde französischer Feldherrn und schweizerischen Beamtenvernahm. Ich lebte damals, als Rcgierungscommissär, mit außer-ordentlichen Vollmachten bekleidet, in den Ur-Kantonen. Ich warnoch beschäftigt, dem unglücklichen Unterwalden Hülfe und Erleich-terung seiner Leiden zu schaffen, als General Oliv i er Loison,der mit seiner Brigade daselbst lag, Befehl erhielt, mit Lecourbeden Gotthardsberg zu besetzen. Die Schlacht von Zürich war nochnicht geschlagen. Aber Massen« wollte den rechten Flügel seinesHeeres decken; vielleicht auch hatte er von SuwarowS verdächtigenBewegungen und Absichten Winke aus Italien empfangen.

Ich begleitete den General Loison durch Obwalden und überden Brünig, theils weil er darum, als eine Gefälligkeit, bat, theilsund mehr noch, um Unordnungen zu verhüten, welche auf demZuge der Kricgermassen durch die Dörfer fast unvermeidlich sind.Zu Meiringen im Haslithale stieß General Güdin zu uns. Nachdem Mittagscsfen eilten wir den vorangezogenen Truppen nach.Güdins Brigaden zogen beim Dörflcin Im gründ die Grimsel-straße hinauf, um droben über die Furka ins Ursercnthal nieder-zustechen, und sich mit Lecourbes Division wieder zu vereinigen.Wir schieden von dem liebenswürdigen Mann. Loison und ich über-nachteten in der Wilte des Nesselthals auf einem Strohlager; fol-gendes Morgens in aller Frühe zogen die Schaaren in das hoheGebirgsthal hinauf, in welchem sich die Gebiete von Uri undBern scheiden. Es heißt das Mayenthal. Wo izt eine wohl-gebahnte Straße angelegt ist, war damals nur ein schmaler, jäherFelspfad, kaum für das Heerdenvieh gangbar. Die Kanonen muß-ten über die Klippen auf den Achseln der Soldaten gehoben undgetragen werden. Nur ein Mann verunglückte dabei. Die Pferdeeiniger Zeltkrämer stürzten mit ihrem Gepäck rechts in die Ab-gründe hinab, aus welchen der Nesselbach schäumend aufheult.