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1 (1836)
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3.

Das Hlönthal.

Unter den schweizerischen Hochthälern ist dieses unstreitig einesder lieblichsten. Niemand wundert sich, wenn hier zwei Schweizer,begeistert von dem schönen Landschaftsgebilde, in einen der Felsenam Fuß des Glärnisch (im I. 17L8) eine Inschrift zur Ehredes.Jdyllendichters Salomon Geßner eingraben ließen. DasKlönthal, nur etwa 3000 Fuß über dem Meer erhaben, hatdie milde, reine Luft der untern Alpen und daneben die Vege-tation tiefer gelegener Gegenden. Den größern Theil desselbenfüllt ein stiller, klarer See in der Länge von beinahe einer Weg-stunde, und nur eine halbe Stunde breit. Hohe, vereinzelte Ahor-nen schmücken sein Ufer abendwärts. In ihrem Kreise und Schattenstehen einzelne Heuhütten. Zwischen Felsenblöcken und Buchenge-büschen oder im fetten Wiesengrund irren Rinder, deren melo-disches Glockengeläut allein die heitre Stille der Landschaft unter-bricht. Alles athmet Anmuth und Ruhe. Rings reihen sich dieHochgebirge vom Glärnisch und Wiggis malerisch zusammen; nord-wärts prangen, über einer senkrechten Bergwand, die hinter ihraufgethürmten Felsenthürme des Fluenbrigs, Deienftocksund Schiens.

Wenn ich in diesem Thale, im Schatten der Ahornzwcige, ein-sam neben den Hütten träumerisch ruhte, und dem Geschäft derHirten, oder dem leichten Spiel der Seewellen zusah, zog jedes-mahl die seelige Ruhe der Umgebungen in mein Gemüth ein. Aberjedesmahl ward sie mir wieder durch Erinnerungen an jene schreck-lichen Tage vernichtet, da eben die Heimath des Friedens, unterdem Donner der Feuerschlünde, Schlachtfeld fremder Heere gewor-den war, die aus dem Süden und dem äußersten Norden desWelttheils hier zusammenkamen, einander zu morden.

Der abentheuerliche Heerzug Suwarows (im Septemberdes Jahrs 1799), durch die höchsten Alpen der Schweiz, gehörtzu den verzweiflungsvollsten und tollkühnsten Wagstücken, welchedie ältere und neuere Kriegsgeschichte kennt. Man muß jene engen,furchtbaren Wege neben schwindlichten Abgründen, jene schroffenFelspfade und Berggrathe, jene ewigen Schneefelder mit eignenAugen gesehn haben, welche die russischen Schlachthaufen durch-klettern mußten, immer vom mörderischen Feuer der französischen

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