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hinein. Der Kopf hatte struppiges Haupthaar, eine» zottigenBart, und was das ärgste war, drei große Nasen im Gesicht.Aebtissin und Klosterfrauen thaten Gelübde und Eid, nie wiederden Einfall zu haben, das Kloster zu verlassen.

Die ganze Geschichte dieser schreckenvollen Begebenheit war aberein frommer Spaß, nicht der Erdmännchen, sondern einiger da-maligen Rathsherren von Zug gewesen. Man pries, wie billig,den glücklichen Gedanken dieser geistreichen Männer, und verewigtedas Gedächtniß solcher That zur Warnung für alle weltlüsterneKlosterfrauen. Denn so oft, von da an, der große Rath deSKantons in der Stadt Zug versammelt ward, sah man vor denFenstern seines Saales jene scheußliche Gestalt,den Guardian,"zur Schau gestellt. Dies geschah bis zum Jahr 1798. An dem-selben Tage trug man vor dem, durch die Stadt ziehenden, großenRath das Bild einer Ciftercienser-Nonne in Prozession her;während die Aebtissin von Frauenthal vor die Hausthüre jedesRathsherrn ein Bund Stroh legen lassen mußte. Das Klosterkaufte sich endlich von dieser eben so kränkenden, als lächerlichenUebung, durch Zahlung einer jährlichen Geldsumme, los.

Den Zuger- und Luzernersee scheidet am Fuß des Rigi nureine schmale Landzunge von einander, kaum breiter als eine halbeWegstunde. Am User des erftern liegen dort die braunen Hüttenvon Jmmisee; am Ufer des andern die stattlichern Gebäude desFleckens Küs nacht. Wem ist aus den Historien von WilhelmTell nicht die hohle Gasse bei Küsnacht bekannt, wo der Brutusvon Uri den Vogt Geßler erschoß? Aber heut sucht der Wand-rer vergebens den Hohlweg und seine romantische Dunkelheitunter überhangenden Gebüschen. Er hat sich in eine helle, breite,gemächliche Kunftstraße verwandelt. Nichts deutet die Nachbar-schaft der klassischen Stelle an, als die einfache, malerische Ka-pelle daneben mit der bekannten Inschrift:

Hier ist Geßlers Hochmuth vom Tell erschossen,

Und der Schwyzer edle Freiheit entsprossen."

Auch die winzigen Ueberbleibsel von der Burg Geßlers sindzur Noth noch auf dem benachbarten Hügel erkennbar, wohinTell geführt werden sollte. Aber wie die hohle Gasse, zumgroßen Schaden der Romantik, vergangen ist, so haben auchneuere Entdeckungen der Geschichtforscher aus den ältesten Ur-kunden schweizerischer Archive dargethan, daß die Vnrg von Küs-nacht nie dem grimmigen Geßler angehört habe. Sie war, vorund nach Kaiser Nudolphs von Habsburg Zeiten, Gut und Eigen-