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Seeligkeit den für Religion und Vaterland Gestorbnen zu dieserscheinbaren Gleichgültigkeit beigetragen haben.
„Religion und Vaterland!« ist der Talisman, mit dem mandies Hirtenvölkchen zu Allem führt. Aber unter Vaterlandversteht niemand das Schweizerland, sondern die ärmliche, engeHeimath zwischen See und Berg; unter Freiheit nicht das Befug-nis zur Entfaltung der materiellen und geistigen Kraft nach all-seitigen Richtungen in streng gesezlicher Ordnung, sondern dasungestöhrte Fortleben in althergebrachten Gewohnheiten und Uebun-gen. Religion hinwieder heißt der römisch-katholische Cultusder Kirche, durch dessen fleißige Beobachtung der bildungsarmeMensch das Heil seiner Seele zu sichern hofft. Die Sache dieserReligion steht in der Regel weit erhaben über die Sache desVaterlandes, und somit auch das Wort der Priesterschaft weitüber Ansehn und Gebot weltlicher Obrigkeit. In der Priefter-schaft aber pflegen diejenigen Geistlichen den größern Einfluß aufdas Volk zu haben, welche das Unglaublichste zu glauben lehren,und die Religion in ewiger Gefahr zeigen.
Als im Jahr 1798 die Franzosen sich völkerrechtsmörderischgegen die Schweiz warfen, schworen die unerschrockenen Nid-waldner, ermahnt von der Priesterschaft, auf dem Landsgemeinde-platz zu Wyl, das Leben für Religion und Vaterland zu opfern.Sobald aber selbst Schwytz, nach ruhmreichem Kampf, sich derUebermacht unterworfen hatte, entband dieselbe Priefterschaft dasVolk auf demselben Platz, fünf Wochen später, jenes Eides.„Unter den veränderten Umständen, sagte sie: wird Gott nundiesmal den guten Willen für's Werk annehmen!« — Das Länd-chen nahm beruhigt also auch die neue Verfassung der helvetischenRepublik an, und es kam zur Leistung deß gcsezlichen Bürgereides.Aber einige wenige Priester widersezten sich diesem Eide und brach-ten plözlich daS ganze Land zur Widersezlichkeit: „man müsse sichfür Religion und Vaterland wehren; die himmlischen Heerschaarenwürden zu Hülfe eilen; der Kaiser aus Oesterreich Unterstützungbringen; keine französische Kugel werde einen derer verwundenkönnen, die im Vertrauen auf Gottes und der heil. JungfrauBeistand streiten würden.« So ward der Kampf mit Schaucn-burgs französischen Brigaden freudig unternommen. Es ist welt-bekannt, wie er, obgleich mit ungeheurem Verlust der Franzosen,. doch ein schauderhaftes Ende, unter Mord und Brand, für Nid-walden nahm.
ES sind seitdem beinahe 40 Jahre verflossen; in diesem Zeit-