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1 (1836)
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zeigt man in der Alp Kluftor, über einem tiefen Abgrund deswilden Ranft-Tobels seine Bethütte zwischen einigen Wohnhausernund Kapellen. Dort starb der Gottesmann. Nach Jahrhundertenwallfahrtet die fromme Andacht zu der ihr heiligen Stätte.

Schon der Name des Melchthals erinnert an einen der erstenStifter des freien Schweizerbundes, an jenen Arnold Ander-halden, der vor der brutalen Gewalt des Vogtes Landenberggen Uri fluchten, und dort erfahren mußte, daß der Tyrann,voller Rachsucht, dem schuldlosen Vater des Flüchtlings die Augenausgestochen und dessen Güter eingezogen hatte. Arnold war einerder drei Männer des Grütli, welche die Erlösung ihres Vater-landes beschworen und vollbrachten.

Das Melchthal selber ist eine lange, tiefe Schlucht, die sich,drei Stunden Weges weit, in verschiedenen Krümmungen, durchdas Gebirg südöstlich hinaufzieht bis zum öden Jochberg. AmFuße dieses Berges ruht noch ein kleiner See, dessen Gewässervom Schnee der Höhen rings um genährt, und in gleichem Maaß?wieder von unterirdischen Klüften und Höhlen verschlungen werden.Erst eine Stunde weiter abwärts im Thale treten sie neuerdingsmächtig hervor, und bilden den Melchbach. Dieser rauscht durchdie Krümmungen des Thals nieder, bis zum See von Sarnen.Von allen Seiten rieseln ihm von den Berghängen Quellen zu.Hin und wieder leitet ein hölzerner Steg über sein tiefgefressenesFelsenbett. Die Umgebungen seiner Ufer sind von hoher Man-nigfaltigkeit, bald öffnen sich weite Wiesenthäler , still und freund-lich, zwischen sanftanschwellenden Halden des Gebirgs, mit zer-streuten Heuställen und Hütten der Hirten. Dürre Häge vonStangen und Scheiten, oder kleine Alpenbäche oder trockne Strom-betten, scheiden die Besitzungen der Nachbaren von einander. DieFruchtbarkeit der Matten liefert ihren Heerden gesundes Winter-futter zur Gnüge; im Sommer finden sie es in den höhern Alpen.Bald rücken plözlich die himmelhohen, grauen Felsen wieder engzusammen, und der Melchbach bricht sich schäumend durch die her-abgestürzten Felsstücke Bahn. Tannenwälder, die von der Höheherabnicken, vermehren Kühle und Dämmerung des'Bergschlundes.Da und hier sieht man an den schroffen Gebirgswände^n einzelne,mit grünen Rasenplätzen bedeckte Absätze und Vorsprünge; abersie sind allem Vieh unzugänglich; nicht dem Menschen. Der"Wildheuer/- läßt sich vom jähen Rand der Felsen, bei hundertSchuh tief, an einem Seile darauf nieder, und sezt für eineHandvoll Gras sein Leben in's Spiel. Die auf dem schmalen.

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