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Stimme; aber wie durch ihre Gebirgskette geschieden, sind sie eSauch durch ihre Verfassungen, Gesetze und Sitten. Ob- undNidwalden sind zwei selbftftändige Republiken, die auf dem Flächen-raum von 10 —12 Geviertmeilen etwa 20—24,000 Einwohnerhaben.
Den größern Theil des Ganzen macht Obwalden aus; ichmögte auch sagen den schönern und dabei an ältern historischenErinnerungen reichern. Zwei Seen, mit anmuthsvollen Umufe-rungen, geben dem Hauptthale eine Mannigfaltigkeit und Heiterkeitder landschaftlichen Gebilde, welche dem Ländchen Nidwalden fehlen.Ein dritter See, in der Nähe von der Stammburg des altbe-rühmten Geschlechts von Rudenz, ist schon verschwunden. Beierweitertem Abfluß seiner Gewässer versiegte er allmählig. Jezterblickt man, statt seiner, nur noch einen schilf-und binsenvollevMoorgrund beim Dorfe Giswyl; auf dem Hügel daneben nurnoch Ruinen der Rudenzer Burg.
Auch der See von Lungern, am Fuß des Brüniggebirgswird binnen Jahresfrist, wohl um mehr, als die Hälfte verklei-nert seyn. Jetzt noch versperrt eine Felsenrippe, wie ein hoherDamm, quer durchs Thal seinen stärkern Ablauf gegen den 700Fuß tiefen Thalgrund von Giswyl. Die betriebsamen Bewohnerder Gegend, um durch Ableitung des Wassers ein halbes TausendJucharte Landes zu erobern, fingen schon im I. 1788 an, dieFelsenmasse zu durchbrechen. So waren sie 188 Klafter weit mitihrer Arbeit vorgeschritten, als sie bemerkten, daß sie unter der Erdedie erste Richtung verloren hatten. Unkunde im Bergbau undArmuth verhinderten lange Zeit die Vollendung des Unternehmes.Erst seit kurzem ist es auf zweckmäßigere Weise wieder begonnen;und bald wird man da neue Fluren grünen sehn, wo heut nochdas stille Volk der Fische in den durchsichtigen Tiefen spielt.
Und thalabwärts, zwei Wegstunden weiter, ist der helleSpiegel vom Sarnersee zwischen Gebirgen und lachenden Ufernausgegossen. Unter den Dörfern, die ihn umkränzen, ist Sächselndas berühmteste. Denn hier ruhn in der Prächtigen Pfarrkirchedie Gebeine des allen Eidsgenossen ehrwürdigen Nicolaus vonder Flue, der vor vierhundert Jahren auf dem Tage zu Stanzdie entzweiten Schweizer durch Macht seines Wortes wieder ver-söhnte. Den gottgeweihten Theil seines Lebens brachte der «seeligeBruder Klaus« (wie man ihn gewöhnlich heißt) in einer seltenbesuchten Einöde des hohen Melchthals zu. Dahin führt vonSächseln ein rauher Bergpfad in wenigen Stunden hinauf. Noch