Druckschrift 
1 (1836)
Seite
94
Einzelbild herunterladen
 

94

auf die Kniee, einem hochbetagten, .majestätischen Greise. Er batmit kindlicher Ehrfurcht um des Greises Segen, lind dieser, ittpatriarchalischer Frömmigkeit, legte die Hand auf des SohnesHaupt, betete leise, den Blick zum Himmel gewandt, für Sohnund Vaterland, und segnete ihn.

Auf der Höhe, zwischen den beiden Siegesfeldern, steht neu-erbaut nun die Schornen-Kapelle, ohnweit dem Morgartenund dem Rothenthurm. Sie ist zugleich das Denkmahl der Faust-rechtszeiten, vom XIII bis zum XIX Jahrhundert, die Wand-bilder ihrer Vorhalle vergegenwärtigen das Schlachtgetümmel amEgeri-See, den man von hier an den Zugerbergen zum Theilerblickt in der entfernten Tiefe. Näher lagern sich die einzelnenHirtenwohnungen an der Schornen, zwischen Gebüschen zerstreut.Auch das viereckte, alterthümliche Gemäuer des Schornenthurmsstreckt sich noch daneben in die Höhe, als mögte dieser graueZeuge des barbarischen Mittelalters die Gesittung eines edlernZeitalters erleben.

Es ist hier wohl eine der heiligsten Stätten des Schweizerslandes; aber auch, hier ob Morgarten, eine der schönsten, weit-umher. Der Blick verliert sich träumerisch in einer wunderlieblichenJdyllenwest. Um den Spiegel des stillen Egeri-Sees, zwischenden grünen Weiden der Heerden, einzelne Hütten, Kapellen undDörfer; rings um ein Kranz, von Alpen gewunden, vomSchornen bis zum hohen Rohnen, vom Noßberg und Kai-sersto ck bis zum Kamistal; und überall Gottes Frieden über de>?Gräbern der Helden!