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Tiefe, zerstreuet emporstrahlen; keiner das zarte Rosenlicht deßGletscher, sein Kommen, sein Sterben.
Oft, wenn der Himmel von leichten Gewölken bedeckt ist, undder Wiederschein der Sonne aus einem der entfernter» Seen her-aufblitzt, bilden sich über demselben und um ihn in Nebeln blendendeGlorien, in rothen, gelben und blauen Farbenlichtern.
Aber gewöhnlicher, wenn auch nicht alltäglich, und prachtvollerzugleich, sind die sogenannten "Apotheosen" oder "Verklä-rungen", welche, meines Wissens Bouguer und de la Con da-min e im Anfang des vorigen Jahrhunderts, in Südamerika aufdem Gebirg Pambamarca, zuerst gesehn und beschrieben haben,die dann auch auf dem Aetna in Sicilien und auf andern Bergen,erblickt wurden. In der Schweiz nennt mann solche Erscheinungeneinfach Nebelbilder. Sie zeigen sich von Zeit zu Zeit, wieauf dem Rigi, so auf dem Weissenstein bei Solothurn undauf andern Höhen. Sie treten nur dann vor das erstaunte Auge,wenn man auf einer schroffen Felswand über ihrem Abgrund steht,und ein dichter, feuchter Nebel aus der Tiefe steigt, auf welchender Schatten der Person fallen kann, in deren Rücken die Sonneleuchtet.
Dann schwingt sich um das Schattenbild des Sehers ein Re-genbogen in allen sieben Farben schimmernd; zuweilen ein zweiternoch, wenig von diesem entfernt, über demselben herum, der aberschmäler und weislich ist. Die Farben des innern Bogens, vom dun-keln Purpur seines untern Randes bis zum Flammenroth deSäußern Saums ^ strahlen so brennend, daß das Auge manchmahloft die Stärke des bunten Lichtglanzes nicht zu ertragen vermag.Wohin man geht, folgt auch der umstrahlte Schatten und immerwandelt dieser im Mittelpunkt des ihn umlodernden Farbenkreises.Je näher die Nebel stehn, um so schärfer sind die Umrisse derSchatten darin; alle Anwesende erblicken sich neben einander mitihren verschiedenen Bewegungen. Sind aber Wolke und Schattenentfernter, so nimmt jeder darin nur die eigne Gestaltwahr, und niemals die des Nachbars. Reicht er diesem die Hand^so sieht er nur die Bewegung des eignen Arms. Jedem also er-scheint dann ein andrer Farbenbogen auf seiner Stelle.
Von flüchtiger Dauer ist das Nebelbild mit seiner Pracht,welche an die Verklärung auf Tabors Höhen mahnt. Sie währtoft einige Minuten, oft mehrere, bis die Sonne verhüllt, oderder Nebel entführt wird. Zuweilen sind diese Erscheinungen sehrweit vom Zuschauer entfernt; dann aber undeutlicher.
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