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3.

Altdorf.

Der Hauptort des Kantons Uri erscheint, als ein stattli-cher Flecken von einigen hundert, zum Theil wohlgebauten Häu-sern, in der Thalebene, eine halbe Stunde vom See, und amFuße des schroffen Bannbergs. Geräumige, reinliche Straßen;Gebäude, zuweilen in italiänischem Styl; artige Anlagen und Gär-ten, Kirchen, Kapellen, Klöster, heitere Umgebungen voller Man-nigfaltigkeit , machen Altdorf zur zierlichsten Ortschaft sämmt-licher Urkantone. Fast in der Mitte des Fleckens tritt uns einalterthümlicher Thurm entgegen, dessen Seiten von bunten Ge-mälden bedeckt sind. Sein Bau ist vermuthlich ein Werk des eilftenJahrhunderts. Noch im Jahr 1567 sah man in der Nähe eineLinde, welche für die galt, unter der Wilhelm Tells Knabe mitdem Apfel auf dem Haupte gestanden. Statt ihrer steht nun aberein steinerner Brunnen da, der noch "Tellenbrunnen" geheißenwird. Links schaut der finstere Bannberg in die Straßen nieder,dessen Tannenwälder keine Axt berühren darf, weil sie den Ortvor der Gefahr von Lauinen und herabrollenden Steinmassen schützensollen.

Zwar schöner ist Altdorf aus der Asche hervorgestiegen, nach-dem es, im Frühjahr 1799, fast gänzlich ein Raub der Flammengeworden war, zu denen sich verderbenvoll der Fön gesellt hatte.Aber reicher ist es nicht erstanden; der alte Wohlstand nicht wie-der heimgekehrt. Zuerst versiegten für seine vornehmern Bewohnerdie Geldquellen der französischen Pensionen und ausländischen Kriegs-dienste, beim Ausbruch der Staatsumwälzung in Frankreich; dannvernichtete jene Feuersbrunst den Großtheil des Orts, und manwerthete den Schaden auf drei Millionen Franken. Darauf verheer-ten abwechslend Franzosen, Russen und Oesterreicher mit Ein-lagerungen und Durchzügen ihrer Truppen, mit Plünderungen,Gefechten und Treffen das arme Thal. Endlich, nach Wiederkehrdes Friedens, verminderten die besser gebauten Alpenftraßen derNachbaren sogar den Waarenverkehr mit Italien, eine der vor-züglichen Erwerbquellen des armen Landes. Das Unglück zavollenden, muß aber nun noch die Unwissenheit und Unbeholfen-heit des meisten Volks und die Arbeitsscheue einer großen Mengedürftiger Familien dazu treten, die, phne Eigenthum und nur von