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1 (1836)
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elne halbe Stunde höher am Gebirg, ruht schon an den Gränzender Felsenwüfte, wo das Leben der Pflanzen verschwinden will,und Schutt der Berge, rechts, ein unwirthbares Thal, füllt, vonEisbergen umzogen. Weiter hin hört man zuweilen noch einför-miges Geräusch aus dem Abgrund; znweilen noch das ersterbendeGetöse eines Bachs, der aus unersteiglichen Höhen stürzt und imSturz verfliegt. Ringsum steigen die Berge der Schöllenen senk-recht , glatt und kahl in gransenhafter Nacktheit empor; schwarzeMauern 1001000 Fuß hoch. Man wandelt wie auf dem tiefenBoden eines ungeheuern Felsenkessels, oder vielmehr an einerRippe desselben, längs welchem die Straße sich, unter überhan-gendem Gestein, über jähen Abhängen fortwindet. Oft scheint derAusweg zu fehlen; und wenn er wieder erscheint, öffnet er nurdie Aussicht in noch furchtbarere Wüstenei. Man erblickt den Stromder Reuß, statt tief unter den Füßen, vor sich droben. Er brichtda durch den Riß der Berge zwischen dunkel-glänzenden Klippen;schwindelt jählings in die Tiefe hinunter, und zerschellend im fin-stern Geklüft, steigt er als Wasserstaub gespenstisch unter demhohen Bogen der Teufelsbrücke wieder auf und umgaukeltsie, unter ewigem Donner und Windsturm, mit Wolken, die ein-ander drängen und jagen. Die Straße verliert sich, denn andererRaum fehlt für sie, in eine finstere Höhle des gegenüberstehen-den Felsen. Der Ausweg vom Thal der Schrecken droht Eingangeines noch grauenvollern Schauspiels zu werden. Und wie derWanderer, nach etwa hundert Schritten, aus der Dämmerungdes Urnerlochs an's Licht des Tages hervortritt, umfängt ihneine neue Welt. Ein geräumiges, ebenes Wiesenthal, von grünenBergen umfangen, liegt träumerisch vor ihm da. Von Erlen undWeiden .sind die Ufer der Reuß bekränzt, die klar und leisedabin rinnt. Links schmiegt sich An der matt, ein Dörflein, anden Berg, den ein kleiner Wald ziert; rechts ein anderes unddarüber auf dem Hügel romantisch die Burg-Ruine der Edeln vo»Hospental. Man athmet in dieser großen Abgeschiedenheit vonder übrigen Welt, fünfthalbtausend Fuß hoch über dem Meere,die reinsten Lüfte. Es ist das Thal Urseren,