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1 (1836)
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es

tenmahl, mit eben so schlechtem Erfolg. Die Soldaten wurden umentschlossen, wankten, zögerten, ungeachtet des wiederholten Be-fehls zum Sturm. Da riß Lecourbe, nach einigen derben Flüchen,einem der Grenadiere das Gewehr weg und stürzte sich alleingegen die Brücke. Die Grenadiere sahen es, erhoben voll Unwil-lens über ihn ein furchtbares Geschrei, rannten ihm nach, erstürm-ten die Brücke und trieben die Oesterreicher zurück. Am schlimmstenfast lief es für Lecourbe ab. Seine Grenadiere, durch ihn beschämt,über ihn erbost, hatten ihn noch zeitig auf der Brücke ereilt undfluchend hinter sich geworfen. Mann um Mann stieß ihn nun wei-ter zurück, so unsanft als möglich. Es gab Kolbenstöße, Rippen-stöße, Faustschläge unterwegs. Der General selbst erzählte lachendvon den blauen Flecken, die er davon wochenlang am Leibe ge-tragen. Aber er gelangte durch Amstäg, und, immer der letzteMann auf dem Rückzüge, glücklich wieder in die Verschanzungenvon Seedorf.

Man hielt ehedem den Weg über den Gotthard für eines dererftaunungswürdigften Riesenwerke menschlicher Kraft und Kunst,im Kampf mit den Hindernissen, welche die Natur zu besiegendarbot. So ist's heute nicht mehr. Der Bau der jetzigen Straßeerscheint von der alten verschieden, wie das 19te Jahrhundertvom 13ten oder I4ten. Die Simplonstraße aber ist um 5 Schuhbreiter, als sie. Das berühmte Urnerloch, jetzt bedeutend erwei-tert und Heller geworden, übertrifft keineswegs an Länge undBreite die mehrfachen Gallerien vom Simplon; mehrere von denBrücken des letztern sind mit nicht geringerer Kühnheit über dieAbgründe gesprengt. Wer in Bünden die Bernhardinftraße mitihremVerlornen Loch", mit ihrer Via mala, oder wer den ver-wegenen Bau über den Stelvio bei Bormio sah, findet da nichtweniger zu bewundern, als am Gotthard.

Hingegen der Wechsel hier von angenehmen, landschaftlichenParthien mit den entsetzlichsten Wildnissen; der Kontraft freund-licher Hütten neben Bächen und Bäumen, und kleinen Gärtenauf Felsenblöcken, mit schwindelerregenden Abgründen, in derenTiefen der schäumende Strom zwischen Trümmern des Urgebirgsquillt, wird wohl von keiner der andern Alpenftraßen übertroffen.Das Dörflein Wasen gewährt droben noch einmal, mit seinenbraunen Hütten und der malerischen Kirche auf dem Hügel, unterGebüschen und wilden Kirschbäumen, einen erquickenden Eindruck.Vom Himmel nieder leuchten Gletscher über dunkelgrünen Alpen;flattern Wasserfälle. Das Dorf Geftinen, oder Gesehenen,