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anrückendem Herbst, das Vieh, in die untern Aspen, weidendzurück; nach und nach bis zum Thalboden, um da wieder die Wie-sen abzuätzen, welche indessen schon die Scheuren mit Heu gefüllthaben.
Wie gesagt, bei gehörigem Anbau des Bodens, würde dasLändchen um Vieles reicher seyn. Himmel und Erdreich sind gün-stig. Aber weite Strecken der Felder liegen noch wüst da: als»/Allmenden" dienen sie zu schlechter, magerer Weide des Viehes,welches jeder Bürger, der desgleichen besitzt, dahin treibt. DerReichere hat natürlich den größern Nutzen; der Aermere, wie über-all in dieser besten Welt, kömmt dabei zu kurz, wird noch ärmer,und natürlicher Weise dann die Plage der Wohlhabender». Diesemüssen ihn, und seinen Müßiggang dazu, am Ende mit Steuernund Almosen nähren, und sie büßen Größeres ein, als sie durchübelrechuende Habsucht gewonnen hatten. Es ist nachgewiesen, daßein sehr beträchtlicher Theil des Völkchens fast ganz eigenthumslosist, und daß, ungeachtet es nicht am anbaufähigen Boden mangelt,jährlich über 6l),0si0 Gulden allein nur für Produkte des Landbau'saus dem Kanton gehen, die in ihm selber sehr gut erzeugt werdenkönnten. Erst im Jahr 183-i- hat man angefangen, zur Abwehrgrößerer Verarmung, einige Verbesserungen einzuführen.
Das Reuß-Thal von Uri und die untern Nebenthäler übertreffensogar au Fruchtbarkeit die benachbarten Gelände von Schwyz undUnterwalden. Denn die sommerliche Wärme, hier von den unge-heuern Fclsenbergen links und rechts gegen die Thalebenen zurück-gestrahlt, wird brennender; und in den Hochthälern zerrinnt derSchnee früher unter dem Hauch des Frühlings.
Freilich, dieser Frühlingshauch, welcher in Uri das Pflanzen-leben schneller erregt und zur Reife führt, kann nicht selten auchGefahren bringen. Er ist ohne Zweifel der Sohn der afrikanischenSandwüsten, welcher, über das Mittelmeer gekommen, in Italienden Namen Sirocco empfängt, und in der Schweiz Fön (st'a-vonius) geheißen wird. Vermöge feiner Wärme fährt er in denobern Schichten des Luftkrcises daher, und in schrägen Richtungen,von Süden nach Norden, in die Thäler der Schweiz nieder. Hie?zwischen taufend Klaftern hohen Gebirgswäuden, wie in labyrin-thischen Gassen einer Stadt, gefangen und eingeklemmt, verdop-pelt sich feine Gewalt, wie seine Strömung reißender wird. Wäh-rend der Fön Tage, zuweilen Wochen lang, den Schnee von denunfern Alpen abfegt und Lauinen neben Lauiuen von Gipfeln undHalden der Firnen und Gletscher rollt, kann er in den tiefern