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queme, neugebaute Hochstraße zum Gotthard hinauf; links spaltensich die Berge zum Eingang ins Maderanerthal aus einander.
Es wäre wohl überflüssig die landschaftlichen Schönheiten die-ses kleinen Geländes zu schildern. Mau kennt sie aus unzähligenAbbildern: das Grüttli am See, welches den ersten Schwurder Eidsgenossen für ihre bedrängte Freiheit hörte; die Tellen-platte am andern Ufer, wo der kühne Mann, von dem sieden Namen führt, Geßlers Nachen entsprang, und nun zu sei-nem Gedächtniß eine offne geräumige Kapelle zwischen wehendenZweigen über den Spiegel des Wassers leuchtet; die Trümmervon Twing-Uri in der Nähe vom Zusammenfluß der Neustund des Kerfteleubachs, im Schatten des hohen Bristenstoks undder noch höhern Windgelle. Jeder Schritt durch das romantischeThal, zwischen den Reihen der Berge, mit ihren Silbergipfeln,schroffen Felswänden, waldigen Abhängen und grünen Auen, ver-wandelt die Schaubühne, bringt andre Gemälde. Den Ernst,welchen die Erhabenheit der nahen Alpen einflößen könnte, mildertdie idyllische Lieblichkeit der Umgebungen im Thalboden; ein imGebüsch Verlornes Dorf dort und hier; ein von Epheu umsponne-nes Kreuz neben einsamer Kapelle; eine Heerde im umhägten Wie-sengrund; eiiie baufällige Hütte, die sich an den bemoosten Fels-block lehnt; ein Wald von Fruchtbäumen, durch welchen der Wegzieht; Geräusch der Duellen und Waldbäche, vermengt mit demmelodischen Schellenklang weidender Heerden und beladuer Saum-rosse vom Gotthard her oder hin zu ihm; und Glockenklang ent-fernter Kirchen.
Ohne Zweifel könnte das Hauptthal sorgfältiger und reicherangeballt seyn, wenn nicht die Viehzucht den größten Theil desBodens zu Wiesen in Anspruch nähme, und wenn nicht Herkommenund herkömmliche Unwissenheit viel Gutes verhinderten. Sobaldder Frühling die Felder grün kleidet, werden die Heerden ihrenStällen entlassen, hier, wie in den übrigen Hirtenkantonen. Vonhundert Einwohnern ist jedoch im Allgemeinen kaum immer nurEiner Eigenthümer von Rindvieh. Schaafe, und besonders Ziegen,sind in größerer Menge, weil sie auch von ärmern Haushaltungengenährt werden können. Bis der Boden des Thals abgeweidet ist,sprossen an den untern Berghalden schon Gras und Kräuter hervor.Die Heerden werden dann hinaufgeführt, und von Staffel zuStaffel des Gebirgs höher, je weiter allmälig der Winter zurück-weicht, bis in die höchsten Alpen. Sind diese, während der wärm-sten Sommerzeit endlich vollkommen benutzt, kehrt eben so, beim