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1 (1836)
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schah, auch auf das innere Leben dieser kleinen Völkerschafterzurück, und so wurde die Entwickelungsgeschichte der europäischenMenschheit, unabhängig von den Schicksalen der übrigen Völker,ja fast unbeachtet von ihnen, auch auf diesem Boden durchgespielt.

So bauten sich, hier wie anderswo, nach den ersten Jahr-hunderten des jugendlichen Christenthums, fromme Verkünder desEvangeliums einsiedlerisch in den Wildnissen des Gebirgs an, wosie, bei freiwilliger Armuth, bei Gebet und Arbeit, die erstenSaaten edlerer Gesittung auswarfen. Die Nachwelt erhob sie inden glänzenden Rang der Heiligen. Ihre hölzernen Bethütten ver-wandelten dann die Nachfolger, mit irdischer Prachtliebe, hier,wie überall in Europa, in Palläfte, reich an Gütern und Her-renrechten. Noch zeugen davon die Abteien St. Gallen, Ein-siedeln, Disentis, Muri und die große Fülle andererKlöster.

Nach dem Sturm der Kreuzzüge, in welchem Zürich, Baselund andere Städte, vermittelst Waarenzuges über die Alpen,die ersten Blüthen ihrer spätern Gewerbigkeit und Macht entfal-teten , bildete sich auch in der Schweiz das mittelalterliche Rit-terthum innungsmäßig aus. Noch jetzt sind Geschlechter vorhan-den, wie die Hertenfteine oder Bonstetten, deren Ahnenan deutschen und welschen Thurnieren in Jahrhunderten prangen,zu denen empor nur die wenigsten Stammbäume Deutschlandsragen mögen. Aber mit den Fortschritten der Bildung, mit wach-sendem Reichthum der Städte, erlosch auch hier die alte Herr-lichkeit des Adels. Noch beurkunden tausend Burgen und Schlösser,deren Gemäuer und Thürme an Felsen und Klippen umherhangen,die verschwundene und ruhmlose Größe der Ritterschaft helvetischerund rhätischer Lande.

Sobald in den tiefern und höhern Thälern die Bevölkerungstieg, wuchsen die einsamen Bauerhöfe und Weiler zu ausgedehn-ten Ortschaften und stattlichen Flecken aus einander. Wo sonstwenige Familien gehauset hatten, breitete sich deren zahlreicheNachkommenschaft auf dem unbenutzten Gut der Altvordern aus,und drängte die Waldungen zurück. Noch jetzt tritt man in Schwei-zerdörfer, deren ^ sämmtliche Einwohner fast alle von gleichemStamm, nur zwei oder drei Familiennamen unter sich haben.Um die Menge der Leute gleiches Namens zu unterscheiden, istdaher gewöhnlich, sie mit Benennungen zu bezeichne«, welche vonihren Wohnorten, Begangenschaften, körperlichen Zuständen, oftnoch von wunderlichern Dingen entlehnt sind.