Durchlauchtigster Fürst und Herr!
)u den Bildern aus dem schönen Vaterlande eine Art Cice-rone - Dienstes zu übernehmen, ließ ich mich leicht verführen. Werspricht nicht gern von dem, was er liebt, mit dem, der es liebt,und den man selber liebt! Meine Gedanken also waren bei Ew.Durchlaucht; meine kleinen Commentare wurden zu Briefen. —Sollt' ich itzt die wahre Zuschrift zurückbehalten und nicht Jedem,dem es zu wissen beliebt, öffentlich sagen, mit welcher Verehrungein Republikaner einem Fürsten Deutschlands ergeben ist?
Schon der Seltenheit willen soll das in Tagen des politi-schen Fanatismus geschehn, selbst auf die Gefahr hin, von Ze-loten in Acht und Bann erklärt zu werden. Ich wollte, wir hätwnans den Zeiten der Religionskriege, die unsern Zellen nicht gar^unähnlich sind, Beispiele der Freundschaft zwischen einem prote-staMischen Fürsten und einem Priester des alten Glaubens, oderumgekehrt. Solche Beispiele wären ein schönes Zeugniß mebr,daß es nie an Gemüthern fehlte, zur Ehre der Menschheit sey esgesagt, die ein erhabneres Interesse, als das flüchtige Interesse desJahrhunderts mit einander gemein hatten. Es sind die, welcheinmitten des Lebens schon sind, was Andre erst im Tode werden;ungetäuscht durch Schurzfell, Chorrock und Purpur; voller Ach-tung gegen Staats - und Kirchenformen, ohne in den Krücken