Diesen Nachmittag fahre ich nach Constanz. ZnSchafhauscn habe ich nichts gesehen. Die berühmteRheinbrücke haben die Franzosen verbrannt. Bib-liotheken und Mineraliensammlungen findet manüberall. Von Johannes von Müller, der hier ge-bohren ist, und dessen Nachlaß sich hier befindet,habe ich auch nichts gesehen. Ich habe die großeMeinung, die das Zeitalter von ihm hatte, nichttheilen können. Seine Geschichte der Schweizerschien mir mehr eine gut geschriebene Chronik zuseyn, als eine eigentliche Geschichte. Dann be-greife ich auch nicht, warum er sie so schrieb, daß' kein Frauenzimmer sie lesen konnte; und warumer sich bemühte, aus Urkunden zu beweisen, daßdie Menschen in vorigen Zeiten auch lüderlich ge-wesen waren — und auf eine Weise, von der keingesitteter Mensch spricht. Es wird so vieles vonihm erzahlr, und dieses von so vielen Seiten, daßdie Hoffnung, daß es erdichtet sey, fast verschwin-det. Ich reiste mit dem Mahler ^ derihn im Adelungschen Hause gekannt hatte, und dasauch leider bestätigte, was man so ungerne fürmöglich hält.
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