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§. 71.
Hypothesen über den Magnetismus. Ampörc.
Man hat zur Erklärung der magnetischen Erscheinungen seit denältesten Zeiten eine Menge von zum Thcil sehr gesuchten Hypothesenaufgestellt, von denen aber keine hinreichenden Aufschluß über daseigentliche Wesen des Magnetismus gegeben hat. Am ungezwungen-sten lassen sich die meisten derselben erklären, wenn man mit Brug-mann'S und Wilke, analog mit der Symmcr'schcn Theorie über
wird. (Z. 92.) Die Krankheiten, gegen welche sich dcrMagnc-mus, den bisherigen Erfahrungen zu Folge, wirksam erwiesen hat,sind: Schwindel, Kopfweh, G esi ch ts schmerz, Gicht, Kräm-pfe und andere sogenannte nervöse Leiden, die in einem ge-schwächten Wirkung svcrmdgcn und in cxaltirter Reizbar-keit des Nervensystems ihren Grund haben. Auch sind inHufcland's Journ. d. pr. Heilk. mehrere Beispiele niedergelegt, wo dertägliche Gebrauch eines starken Magnets sich hülfrcich gegen das Bor-fallen der Eingeweide (in Brüchen) bewies, indem er eine Au-sammenzichung der diese begünstigenden abnormen Oeffnung bewirkte. DieArt seiner Anwendung besteht darin, daß man entweder einen Huf-eisen- oder Stabmaznct gegen den vorzüglich leidenden Lhcil, der sich inder Richtung des magnetischen Meridians befinden muß, hält, oder aufdiesen täglich eine Zeit lang fest bindet, oder daß man in der bezeich-neten Richtung, mit dem Nordpole voran, denselben mit dem Magnetewiederholte Male streicht. Dr. Becker, der Magnetismus und seine An-wendung in der Hcilkunst. Mühlhauscn, 1829. 8. Joseph Barth,der Magnet als Heilmittel, oder praktische Anleitung, durch Magnete dieverschiedenartigsten Krankheiten zu heilen, nebst einer Anweisung zu Fer-tigung künstlicher Magnete. Für Aerztc und Nichtärzte.
Wohl zu unterscheiden ist von dem mineralischen Magnetismus dersogenannte thierische Magnetismus oder Mesmerismus, der aufder dynamischen Einwirkung des Nervensystems eines gesunden lebens-kräftigen Menschen auf das eines andern kranken beruht, das dadurchgeheilt werden soll, und dessen Schilderung Vorwurf der Physiologie ist.Mit ihm verwandt ist die manchen — sogen, sidcrisch empfänglichen —Menschen angeblich eigne Fähigkeit des Wasser- und Mctallfühlcms,das Schlagen mit der Wünschelrurhe (dagumte) u. s. w. Werwissenschaftliche Belehrung über diese Art von Magnetismus sucht, findetsie in D. G. Kieser's System des Tcllurismus oder thierischcn Mag-netismus. 2 Bde. Leipz. 1822.