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Orden des heiligen apostolischen Königs Stephan.
(Tafel XX., Figuren 6, 7, 8, 9.)
Dem österreichischen Staat fehlte eine glänzende Auszeichnung für Civilver-dienst. Die grosse Kaiserin, Maria Theresia, stiftete zu Beseitigung diesesMangels am 5. Mai 1764, bei der Krönung des Erzherzogs Joseph zum Römi-schen König, einen solchen Orden mit folgenden Statuten:
1.
Dieser Ritter - Orden führt den Namen: Orden des heiligen apostolischen Königs Stephan,
2 .
Das Grossmeisterthum ist unzertrennlich mit der Krone Ungarn vereinigt; der jedesmalige König vonUngarn ist Ordens - Grossmeister.
3 .
Der Orden besteht aus hundert edeln Rittern, die sich durch Verdienste hervorgelhan haben. Sie sindin drei Gattungen abgetheilt: in Grosskreuze, deren Zahl auf zwanzig; in Commandcure, deren Zahl aufdreissig; und in Kleinkreuze, deren Zahl auf fünfzig festgesetzt ist. Unter der festgesetzten Zahl, die abernicht immer beobachtet wird, sind die Mitglieder vom geistlichen Stande nicht begriffen.
4 .
Der Zweck des Ordens ist die öffentliche Anerkennung und Belohnung der um den Souverän und denStaat erworbenen Verdienste.
Das Ordenszeichen ist ein achteckiges, grünemaillirtes, um den Rand mit einem goldenen Streife undin der Mitte mit einem runden, rothemaillirteu Schilde versehenes Kreuz. Auf der Vorderseite des Schildessteht das silberne apostolische Kreuz in einer goldenen, auf einem grünen Berge gestellten Krone und zudessen beiden Seiten, die Anfangsbuchstaben dos Namens der Stifterin M. T. (Maria Theresia) mit der Um-schrift: Publicum Meritorum Praemium (öffentliche Belohnung der Verdienste). Auf der weissemaillirtenKehrseite des Schildes ist die mit einem Kranze von Eichenblättern eingefasste Inschrift: Sto. St. Ri. AP.(Sancto Stephano, Reiß Apostolico: dem heiligen Stephan, apostolischem Könige). Ueber dem Kreuze ist dieungrische goldene Krone, grün und rolli sind die beiden Farben des Königreichs Ungarn, und das apostoli-sche Kreuz deutet auf den von der Stifteriu erneuerten apostolischen Titel.
5 .
Dieses Ordenszeichen tragen die Grosskreuze an einem handbreiten in der Mitte rotlien, auf beidenSeiten grünen, von der rechten Schulter nach der linken Seite hangenden Bande, wenn sie aber vom geist-lichen Stande sind, um den Hals; überdies haben die Grosskreuze auf der linken Brust einen mit Silber ge-stickten Stern, in dessen Mitte die in einem Kranze von Eichenblättern eingefasste Vorderseite des Ordens-zeichens befindlich ist.
Die Commandeurc tragen das Ordenszeichen an einem schmälern Bande um den Hals, ohne den Stern,und die Klcinkreuze ein kleineres Kreuz ebenfalls an einem schmäleren Bande im Kuopfloche.
6 .
Das Gross- und Commandeurkreuz soll nur Personen von altem und vornehmem Adel, und welche an-sehnliche Staatsbedienungen und Ehrenämter bekleiden, ertheilt werden, doch können auch diejenigen dasCommandeurkreuz erhalten, die noch nicht zu so hohen Stellen gelangt sind. Das Kleinkreuz ist für denübrigen Adel.
7 .
Der Rang der Ordensmitglieder richtet sich nach der Zeit der Aufnahme.