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nur selten ankommt, indeß, Gott die Ehre gegeben, hat er doch auchschon gesungen und gepfiffen — Meine Richter gehen überaus lang-sam und bedachtlich mit mir; in 54 Tagen haben sie mich dreimal,jedesmal zu vier Stunden, verhört; sie wollen mit Gewalt mehrSünden und Ketzereien finden, als begangen worden sind; wirklichsind sie ober S — g. und weil sie alle Winkel auskehren, werden sieso schnell nicht aus diesem Hause kommen. Sie wollen bei dieserGelegenheit den Val. S—der, wie sie sagen, wirklich im Steigensepn soll, wieder aufs neue packen und fallen, aber der Herr wirdwohl auch einmal darein sprechen; Er weiß und sieht es, daß unsereNichter nicht nur bloß keine Freunde, sondern Feinde von uns scyen,wenn er uns nicht Gerechtigkeit und Barmherzigkeit widerfahrenlaßt, so ist da keine zu erwarten. Doch so muß es seyn, es müssenKreuziger und Gekreuzigte seyn, wie gäbe es sonst eine Charwoche?O wie gern gäbe ich bis Ostern mein Leben hin; aber so einer Gna-de bin ich nicht wcrth.
Danken Sie statt unser dem lieben H. Schnizer, weil er sich anverworfne Geschöpfe nicht nur bloß erinnern, sondern ihnen sogarHülfe leisten wollte. O es ist tröstlich, im Kerker so was zu verneh-men, Gott wirds ihm und Ihnen vergelten; ich nahm es auch umdcßwillcn als einen Liebesstreich vom Herrn an, weil Ihre Briefeauf einem Wege zu mir kamen, auf dem sonst alle consiscirt wur-den. Sollten Sie nochmal Trieb und Ursache an mich zu schreibenfinden, so machen Sie die Adresse an meinen Bruder Johann Georg— Gärtner beim Herrn Domdcchant in Augsburg, — denn ich habeHoffnung, daß ich künstig nbsgus oistocüentv j»s miUlö (ohnevon einem Soldaten begleitet zu werden) zum Verhör darf, indemich mich gegen diese Begleitung beschwerte, und für das Bleibenmein Ehrenwort gab. Üue oocasionv hoff ich nun Briefe gebenund nehmen zu können. — Doch weil meine Nichter alle Tage an-ders, und meine Schritte alle belauert sind, so schsich meine Plansauch alle Tage vereitelt. — Im ersten Konstitut sah es so gut aus,als wäre Alles gewonnen, im zweiten und dritten kamen und hörtensie mich voll Zorn, und so gehtS mit dem armen Malcficantcn baldins Wasser, bald ins Feuer. Doch es geht Alles recht, beten Sie nur,daß mir Glaube und Gelassenheit nicht ausgehe, dann ists gewon-nen, wenns auch verloren ist. Ich wundre mich gar nicht, wennsich Alles an mir ärgert, denn der Herr führte mich auch so wunder-lich, daß ich mich oft selbst ärgerte, ich wundre mich nur, daß es nochJemand gicbt, der sich nicht ärgert. —
Mein! Wie wäre es, wenn H. Sch.,der jetzt vielleicht elend imElend herumgeht, den H. kevevsnr besuchte, sein Institut näherbesichtigte, und uns hernach das Resultat seiner Visitation Übermächte?Können Sie hierzu etwas beitragen, so thun Sie es, es bittet Sie ein