rcr, bestürmten ihn, und forderten mit Gewalt und Ungestüm, daßer auf der Stelle den Caplan fortjagen sollte.
Die Friedlichgesinntcn liefen dann auch zum Pfarrer, batenund beschworen ihn, daß er den gesegneten Mann behalten und durch-aus nicht fortlassen sollte. Der Kampf und Streit dauerte den gan-zen Tag und die ganze Nacht. Bald siegte diese, bald die anderePartei über den schwachen Pfarrer. Boos blieb in Demuth und Ge-duld wie ein Lamm, und erwartete gelassen, was da kommen würde.
Abraham, so hieß der Pfarrer, war sein Zugend - und Schul-freund, und so lange es ohne Verfolgung abging, auch der Freundseiner Herzcnsgesinnung; er liebte und achtete ihn sehr — aber nun,erschreckt durch die ungestümen Menschen, zitterte er, und weil er dieMenschen mehr fürchtete, als Gott, verließ er seinen Freund in derRoth, gab der ungestümen Zudringlichkeit des blinden Eifers nach,und schickte den Zeugen der Wahrheit fort.
„Zobo mußte sich selbst (schreibt er von sich) drei Tage lang ein-sperren , weil sein Abraha m seinen Isaak erhalten wollte. Aberumsonst, dcr Mord-und Lügengcist überschwemmte das ganze Land.Er mußte bei der Nacht auf einem alten Schimmel nach Seeg rei-ten. Unterwegs begegnete ihm Kohl. Wohin, Bruder? — Zudir! Wenn du mich aufnimmst. Der Schimmel wurde zurückgeschickt,die Krcuzgeschichte erzahlt, man kam fröhlich und seelig nach Seeg,erzählte wieder, daß sich der Himmel und die Hölle mit einander überZobo und hinter Zobo aufgcthan habe. w.
Allgemeine Verfolgung aller Gläubigen inK e m p t i sich e n.
Dadurch war gleichsam das Signal zur allgemeinen Verfolgunggegeben. Sie brach an diesem Tage, wie auf einen Schlag an allenumliegenden Orten, wo Glaubige wohnten, zugleich aus. Wer daauf dem Felde war, durfte nicht mehr zurückkehren um seinen Man-tel zu holen, und wer auf dem Dache war, durfte nicht herabsteigen,umEtwas aus dem Hause mitzunehmen, sonst wurde ervomMilitairoder vom wüthenden Pöbel ergriffen und gefangen genommen, wasdenn auch Vielen begegnete. Man schleppte sie vor die Richtcr-stühle, untersuchte und schlug erbärmlich auf sie zu. Da aber dieweltliche Obrigkeit nichts fand, als Glauben an Christum, soließ man sie als fromme Narren wieder laufen, doch ohne Schutz.Desto arger sielen dann die blinden, wüthenden Eiferer aus dem Pö-bel über sie her. Denn die strengen Orthodoxen, so wie die laxen,singen ein Zetergeschrei) an, auf allen Kanzeln, Gassen und Bierban-kcn, daß Alles in Harnisch gejagt wurde, als wenn das ganze Landin Flammen stände.