ordentliches Creigniß besonders dazu aufgefordert. Doch ging erschwer daran; denn es war ihm auch gezeigt, daß dieser Christus unddiese Predigt von Christo mit Spott und Speichel, mit Kreuz undSchmach bedeckt werden, und er viel zu leiden haben würde. Er sahChristum, den er verkündigen sollte, mit Blut und Speichel bedeckt,daher sträubte er sich, er machte und schrieb sich eine andere Predigt.Aber sein Geschriebenes auf dem Papier verbrannte ihm unter derHand, ohne daß er es löschen und hindern konnte, und es hieß: Dusollst predigen, was ich dich heiße, und bezeugen, was ich dir gebiete.
„Ich wollte nicht, schreibt er selbst, aber ich mußte; es wurdemir unerträglich, wie dem Jercmia sich rede wie ein Thor,) ich wein-te, ich bat um etwas Anderes zu Gott, aber umsonst; ich konnte nichtanders.
Meine so überaus ärgerliche, d. i. Acrgerniß, Haß und Verfol-gung erregende Predigt war in kurzem diese:
1. Thut Buße, denn das Himmelreich ist nahe.Die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Aussatzi-gen werden rein.
2. Glaubet an Christum für euch und in euch.
Z. Dann werdet ihr die Gabe des heiligen Geistesempfangen.
4. Zertretet nicht alle euch jetzt bekannt geworde-nen P erlcn (die bcsondern Gnadengaben und Erleuchtungen, dieihnen Gott durch ihn gegeben hat); denn die Schrift meldet davon,daß Gott solche Dinge in den letzten Zeiten werde kommen lassen,unddie Erfahrung stimmt damit überein. Apstg. 2.
Diese Predigt, die er mit besonderer Salbung und Geisteskraftausführte, hatte die Kraft und Wirkung des Feuers (wie es ihm vor-hergesagt war). Es war, als hätte er Feuer ausgegossen. Es zün-dete gewaltig und loderte in hellen Flammen auf, nur bei dem Einenauf diese, bei Andern auf eine andere Weise. Die Menge spaltetesich, wie allemal; die eine Hälfte der Zuhörer wollte ihn vor Liebe,Dank und Freude, die andere vor Zorn, Aerger und Haß verzehren.Es ging wie bei Taulers Brautpredigt; bei 40 Personen wurdenso erfüllt von der Salbung des Geistes und vom Feuer der LiebeChristi, daß ihr Gefäß es nicht fassen und ertragen konnte, sondernsie in Ohnmacht fielen und hinausgetragen werden mußten. Es ent-stand ein großer Larm. Einige schrien: Hosianna! andere: Kreu-zige ihn! Weg mit ihm! Fort mit ihm! Indem Einige Gott lobtenund dankten, daß Er sein Volk heimgesucht und solche Gnade denMenschen gegeben habe, fluchten Andere und entbrannten in Haß,Wuth und Zorn gegen die Predigt und den Prediger. Diese, dieerzürnte Partei, konnten sich nicht mehr halten; sie liefen zum Pfar-