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deuten in allcn sechs Classen täglich NeligionSstunden zu ertheilen,und wöchentlich zwei Predigten zu halten hatte.
Da es ihm endlich zu mühsam wurde,und man sah, daß er auchgar nicht zu dem einen Thcilc seines Amtes paßte, so ward ihm von derK.Regierung zuCoblenz die Landpfarrstelle Sayn zwischen Coblenzund Neuwied am Rhein angeboten; er nahm sie an, und zog nach 1^Iahren, die er in Düsseldorf am Gymnasio zubrachte, im Iuny 1819als Pfarrer nach Sayn. Sayn war ehemals ein Kloster, nun aberzerfallen, und es stand nur noch die Kirche und ein Gebäude, dasHaus, das Spangenbergs Brüder, die sich an dieses Kloster ange-schlossen hatten, für sich erbauten, um da zu leben und zu sterben.Dieses war nun das Pfarrhaus, und Boos wohnte darin bis zuseinem Heimgänge.
Er lebte hier wie in einer Wüste; so schön die Umgegend unddie Aussicht auf den hohen Bergen ist, die sein Haus und die Kircheumgeben, so schwermüthig war es in dieser Bcrgschlucht, dieeinen großen Theil des Jahres keinen Strahl der Sonne zu sehenbekommt.
Er hatte auch da eine Kreuzschule gefunden, und manchesSchwere zu ertragen; doch rühmt er fast in allen seinen Briefen sei-nen freundlichen und toleranten Gcneralvicar Homer, der ihn nichtnur nicht verfolgte, sondern gegen Angriffe von außen schützte undmenschenfreundlich behandelte.
Er predigte wohl auch hier das Evangelium, und wie er in ei-nem seiner Briefe schreibt, eben so kraftig und lebendig, als vorheran andern Orten; aber er erlebte und sah nicht denselben Segen, wievor Zeiten. Am Ende zeigte es sich aber doch, daß er nicht vergeb-lich gebetet, gelitten und gearbeitet habe an diesem steinigten Ackerund undankbaren Felde. Er sah noch liebliche Früchte in den letztenTagen seines Lebens, und Andere sahen noch mehr. Die meistenwir das Auge sehen, das in alle Lande und in alle Herzen sieht.Den..
In Sayn besuchten ihn fast alle christliche Freunde, die denRhein bereisten, von denen sich sehr viele an ihm erbauten, indem siesich seine alten Geschichten erzählen ließen, ihm ihre Herzen öffne-ten und von ihm Trost, Belehrung und Glaubensstärkung em-pfingen.
Auch war eine Wallfahrt an dem Orte und an der Kirche, wojährlich Tausende aus der Nähe und Ferne herbeiströmten, um ihmim Beichtstühle ihre Gewissen und Herzen auszuleeren. Und Booshat gewiß Keinen von sich gehen lassen, ohne ihm einen Widerhaken