VIII
Menschen, als den seligen Boos, und ich kannte ihn durchund durch; er offenbarte sein Allerinnerstes vor mir, wie vorGott, mündlich und schriftlich, zwanzig Jahre lang, und dasin den größten Stürmen seines Lebens."
Am lebendigsten und kräftigsten war sein Glaube alle-mal, wenn er im Feuer der Verfolgung stand, und von allenSeiten durch Lästerungen, Drohungen, Inquisitionen, Ein-kerkerungen w. geübt und angefochten wurde; z.B. in denJahren 1797 — 99 und 1819 — 16. Dieß werden seineBriefe von diesen Jahren beweisen. In diesen Tagen spracher oft: „Ich lasse mich lieber an den nächsten besten Baumaufhangen, ehe ich meinen Glauben verleugne." Wie eineLöwin, der man ihre Jungen entreißen will, war er, wennman ihm seinen Glauben an Christus für und in unsangriff. „Wer mir meinen Glauben angreist," sprach er,„der greift mein Leben an."
Viele Geistliche und Laien, aus allen Standen, verdan-ken nach Gott dem lieben Boos, seiner Predigt, seinen Lei-den und Verfolgungen, ihr besseres Leben, ihr Licht, ihre Er-kenntnis Jesu Christi, und also wohl auch ihre ewige Seligekeit. Sie wurden durch den lebendigmachenden Geist Christi,an den sie jetzt erst lebendig glauben lernten, ganz andere, gu-te , frohe, selige, und in Liebe thatige Christen. Viele, diean Boos schrieben, bekannten diese ihre selige Veränderung,gewannen ihn lieb, und waren bereit, Gut und Blut, Leib undLeben für Christus hinzugeben. Denn es ist ihnen durch diePredigt vom Glauben Gnade widerfahren, die sie vorherkaum dem Namen nach kannten. „Dafür gebe ich meinenKopf," sagte der.selige Siller in seinem Constitute zu Augs-burg. Und so standen Alle wie Ein Mann in Christo.
Dies ist die Hauptsache, das Kleinod, das herausgeho-ben werden muß, und nicht zertreten werden darf: JesusChristus Alles und in Allen. Das muß bleiben.Alles Uebrige giebt man gern preis. Wer aber davon ab-weicht, der lese sein Urtheil 1. Tim. 6, 3 — ö.